Markus Söder erntet Spott für Auftritt vor „Bavaria One“-Logo

Bayerns Ministerpräsident : Söder erntet Spott für Auftritt vor „Bavaria One“-Logo

Zehn Tage vor den Landtagswahlen in Bayern sorgt der Ministerpräsident des Bundeslandes für Irritationen bei Freund und Feind. Und die CSU verliert weiter in der Wählergunst.

Mit einem Wahlkampfauftritt vor einem „Bavaria One“-Logo hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in sozialen Netzwerken viel Spott, Häme und Kritik auf sich gezogen - zum Teil unberechtigt. Seit Dienstag kursieren Fotos eines Söder-Auftritts bei der Jungen Union (JU) in Neuburg/Donau, die Söder vor einem Wahlkampf-Logo der JU zeigen: „Bavaria One - Mission Zukunft“ steht dort, in der Mitte eine Skizze mit Söders Konterfei.

„Bavaria One“ ist der Titel eines mehr als 700 Millionen Euro schweren Förderprogramms, mit dem die Staatsregierung Bayern zum Luft- und Raumfahrtstandort Nummer eins in Deutschland machen will. Dieses Programm hatte das Kabinett am Dienstag beschlossen. Das Foto zeigt Söder aber nicht, wie teilweise der Eindruck erweckt wurde, bei der Vorstellung des Programms in der Staatskanzlei, sondern bei einem anschließenden Wahlkampfauftritt bei der Jungen Union. Und die JU benutzt das Logo nach eigenen Angaben schon seit August.

Unter anderem auf Twitter machten sich viele Nutzer über das Foto lustig. Söder wies die Häme zurück. Bayern werde auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn der Freistaat den Blick in die Zukunft wage, hatte Söder schon am Dienstag in der Staatskanzlei betont.

Derweil fällt die CSU kurz vor der Landtagswahl weiter in der Wählergunst. Im neuen "Bayerntrend" von Infratest dimap kommt die Regierungspartei nur noch auf 33 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Die Grünen können in der Umfrage im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" auf 18 Prozent (plus 1) weiter zulegen. SPD und Freie Wähler kommen unverändert auf je 11 Prozent, die AfD verliert einen Punkt auf 10 Prozent. Während die FDP mit 6 Prozent wieder in den Landtag käme, liegt die Linke knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Mit einem solchen Ergebnis bei der Wahl am 14. Oktober wäre rechnerisch auch eine Regierung ohne die CSU im Landtag möglich. Grüne, SPD, Freie Wähler und FDP könnten gemeinsam eine knappe Mehrheit der Sitze erreichen.

(felt/dpa)
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