Markus Söder: „Die CSU ist eine Partei der Mitte“

Bayerns Ministerpräsident Söder : „Die CSU ist eine Partei der Mitte“

Angesichts des Asylstreits hat so mancher der CSU vorgeworfen, zu weit nach rechts gerückt zu sein. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zählt aber weder sich noch seine Partei zur politischen Rechten.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wehrt sich dagegen, als Rechter bezeichnet zu werden. „Was heißt 'Ihr Rechten'? Die CSU ist eine Partei der Mitte“, sagte Söder dem „Zeit“-Magazin.

Gleichzeitig räumte er ein, dass der Populismus in Europa stärker wird. „Etablierte Parteien zerbröseln, populistische Bewegungen treten an ihre Stelle.“ In manchen europäischen Ländern stellten die Rechtspopulisten Regierungen.

Söder versicherte, er habe vor der Landtagswahl am 14. Oktober keine Angst. Ob er bei einem Ergebnis unter 43,4 Prozent zurücktreten werde, wollte er nicht beantworten: „Ich denke jetzt nicht in Prozenten“, sagte er ausweichend. 2008 waren der damalige Ministerpräsident Günther Beckstein und Parteichef Erwin Huber zurückgetreten, nachdem die CSU bei der Landtagswahl von 60,7 auf 43,4 Prozent abgerutscht war.

Dem beigelegten Unionsstreit zur Asylpolitik misst Söder im Rückblick offenbar keine große Bedeutung zu: „Die Medien haben da mehr daraus gemacht, als es eigentlich war“, sagte der Politiker. Auf die Frage, wann er Scham und Trauer angesichts der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge empfunden habe, antwortete Söder: „Vor allem ein Gefühl der Wut auf die Schlepper.“

Gefragt, ob das Kreuz ein Symbol Bayerns sei oder ein religiöses, sagte der Ministerpräsident: „Ist in erster Linie ein religiöses Symbol.“ Seit Juni muss im Eingangsbereich bayerischer Behörden ein Kreuz hängen. Die Entscheidung des bayerischen Kabinetts hatte eine bundesweite Debatte ausgelöst.

In dem „Zeit“-Magazin-Interview beantwortete Söder innerhalb kurzer Zeit insgesamt 99 Fragen.

(das/epd/dpa)
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