Mannheim Tausende Teilnehmer bei Gedenkfeier für getöteten Polizisten

Mannheim · Eine Polizeisprecherin sprach von rund 2000 Menschen, die sich an dem Trauermarsch in Gedenken an den getöteten Polizisten in Mannheim beteiligt haben. Im Anschluss findet eine öffentliche Trauerfeier statt. Unter Tränen werden emotionale Worte verlesen.

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Trauerfeier in Gedenken an getöteten Polizisten

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Foto: dpa/Uwe Anspach

Vor der Trauerfeier für den getöteten Polizeibeamten Rouven Laur in Mannheim haben mehrere Hundert Kolleginnen und Kollegen des Mannes an einem Trauermarsch durch die Mannheimer Innenstadt teilgenommen. Eine Polizeisprecherin sprach von rund 2000 Menschen, die sich an dem Marsch am Freitag beteiligt hätten, darunter viele Polizeibeamte aber auch Bürgerinnen und Bürger sowie Angehörige des getöteten Polizisten Rouven Laur.

Angeführt wurde der Zug durch die Motorradstaffel der Polizei, dahinter trugen zwei Beamte ein Bild Laurs durch die Stadt. Am Rande der Strecke bildeten unter anderem Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ein Spalier für den Zug.

Von 11.00 Uhr an findet im Congress Center Rosengarten eine Trauerfeier für den 29 Jahre alten getöteten Beamten statt. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) wird daran ebenso teilnehmen wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU).

Trauerfeier im Anschluss

Tausende Menschen haben am Freitag mit einer emotionalen Trauerfeier Abschied von dem vor rund zwei Wochen bei einem Messerangriff in Mannheim getöteten Polizisten genommen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bezeichnete dessen Tod in seiner Rede bei der Veranstaltung in der Mannheimer Kongresshalle als „existenzielle Ungerechtigkeit“. Der 29-Jährige habe als Polizist Menschen schützen wollen, damit sie in Freiheit leben könnten.

Der Beamte sei immer um Verständigung bemüht gewesen und den Menschen auf Augenhöhe begegnet, fügte Kretschmann an. Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, der 29-Jährige sei immer für seine Werte eingestanden. „Mit allem, zuletzt mit seinem Leben.“ Der Tod des jungen Mannes müsse eine mahnende Erinnerung daran sein, welches persönliche Risiko Polizeibeamte in Kauf nehmen, „um unsere Sicherheit und Freiheit zu schützen“, sagte Strobl.

Tränenreiche Ansprache

Der Bürgermeister von Laurs Heimatgemeinde Neckarbischofsheim, Thomas Seidelmann, verlas bei der Feier unter Tränen einen Brief der Angehörigen an die Öffentlichkeit. Darin schreibt die Familie, Rouven Laurs Tod sei „ein brutales Zeichen dafür, dass in unserer Gesellschaft noch so viel verändert werden muss“. Rouven hätte nicht gewollt, dass man sich nach der Tat von Hass und Wut überwältigen lasse.

Zu den Trauergästen gehörten auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz, die Bischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, Heike Springhart, und der badische Polizeirabbiner Moshe Flomenmann. Der Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) sagte, Rouven Laur habe die Werte der Stadt für ein respektvolles Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft verkörpert. Specht forderte mehr Anerkennung und Wertschätzung für den Dienst der Polizei.

Ein 25-jähriger Afghane hatte vor zwei Wochen auf dem Mannheimer Marktplatz fünf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen Bewegung Pax Europa sowie den Polizisten mit einem Messer verletzt. Der 29 Jahre alte Beamte erlag später seinen Verletzungen.

(esch/dpa/epd/AFP)