„Mallorca-Gate“ von Heinen-Esser In Krisen zeigt sich der wahre Charakter

Meinung | Düsseldorf · Rücktritte und aufrichtige Entschuldigungen kommen in der Politik nur noch selten vor – oder erst, wenn es gar nicht anders geht. Auch NRW-Ministerin Ursula Heinen-Esser geht es eher um etwas anderes als öffentliche Abbitte.

Chronik: Die Mallorca-Affäre um NRW-Umweltministerin Heinen-Esser
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Die Mallorca-Affäre um NRW-Umweltministerin Heinen-Esser

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Foto: Federico Gambarini

Wahlen wurden schon durch weniger entschieden als einen Mallorca-Urlaub. Durch Gummistiefel zum Beispiel. Als im August 2002 die Hochwasserkatastrophe Ostdeutschland traf, 21 Menschen allein in Sachsen starben, die Elbflut Häuser und Existenzen zerstörte, war es Gerhard Schröder, der in die Gummistiefel stieg, nach Grimma fuhr, matschige Hände schüttelte und ein ernstes Gesicht machte. Schröder, der amtierende SPD-Kanzler in grüner Grenzschutz-Regenjacke, wirkte unprätentiös, authentisch, nahbar und führungsstark – und wurde wenig später wiedergewählt. Dem Unionskanzlerkandidaten Edmund Stoiber hingegen, der auch, aber erst später ins Katastrophengebiet fuhr und sogar symbolisch ein paar Sandsäcke schichtete, half das nichts. Ihm verziehen die Wähler seine Abwesenheit offenbar nicht.