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CDU Köln: Machtkampf um OB-Kandidatur

CDU Köln : Machtkampf um OB-Kandidatur

Köln (RP). Vor drei Wochen hat der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) seinen Rückzug angekündigt. Bislang ist es der Union nicht gelungen, einen prominenten Kandidaten für die Nachfolge zu gewinnen. Am Wochenende sorgte in der Kölner CDU die Nachricht für Unruhe, der Fraktionsvorsitzende Winrich Granitzka würde antreten, falls sich kein anderer Bewerber findet. Der frühere Polizeidirektor sei ein "Restposten", empörten sich Fraktionsmitglieder und kündigten Widerstand gegen eine Kandidatur der 65-Jährigen an.

Teile der Union wollen jetzt den ehemaligen Wirtschaftsdezernenten Klaus-Otto Fruhner für eine Kandidatur gewinnen. Der 64-Jährige war von 1987 bis 2003 Beigeordneter der Stadt Köln. Er soll erklärt haben, zur Verfügung zu stehen. Der gebürtige Brandenburger gilt als eigenständiger Kopf, der sich aus den traditionellen Flügelkämpfen in der Kölner CDU herausgehalten hat.

Derzeit verdient er sein Geld als Berater für Immobilienprojekte. "Das würde eine breite Angriffsfläche eröffnen", sagt ein Ratsherr der Kölner Grünen. Fruhners Gegner halten ihm vor, beim Ausbau des Godorfer Hafens im Kölner Süden einen Zick-Zack-Kurs gefahren zu haben. Der frühere Dezernent hatte seinen Posten verloren, als die Kölner Union 2003 eine Koalition mit den Grünen vereinbart hatten.

In dieser Woche soll eine Findungskommission, der auch die Bundestagsabgeordneten Ulla Heinen und Wolfgang Bosbach angehören, für neuen Schub in die Kandidatensuche sorgen. Parteichef Jürgen Hollstein hatte sich bislang eine Absage nach der anderen eingehandelt. Auch Kölns Feuerwehrchef Stephan Neuhoff (55) wurde nach Informationen unserer Zeitung von der CDU angesprochen, ob er als Schramma-Nachfolger zur Verfügung stehe. Neuhoff, Vater von elf Kindern, wurde wegen seines Einsatzes nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3. März als Held gefeiert.

In der Kölner CDU geht man davon aus, dass die Kandidatenfrage bis zum Ende des Monats entschieden sein muss. Noch hat man die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Parteizentrale in Düsseldorf einen guten Mann entsendet.

Im Gespräch ist Europaminister Andreas Krautscheid (48) aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Der Rüttgers-Vertraute hat die Frage, ob er bei der Kommunalwahl gegen Jürgen Roters (60) antritt, bislang nicht ausdrücklich verneint. Roters, der früher Regierungspräsident von Köln war, ist der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen in der Domstadt.

Hier geht es zur Infostrecke: Die Pannen des Fritz Schramma

(RP)