Gründer der Anti-Islam-Bewegung Wie "Pegida"-Anhänger auf Lutz Bachmanns Rücktritt reagieren

Dresden · Nach dem Rücktritt von Lutz Bachmann als Chef der "Pegida"-Bewegung sieht so mancher Politiker die Anti-Islam-Bewegung entlarvt. Aber was sagen die "Pegida"-Anhänger eigentlich selbst zu Bachmanns Entscheidung?

Das ist Lutz Bachmann
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Foto: ap

Wir haben uns in den sozialen Netzwerken umgeschaut.

Er war das Gesicht, der Gründer und Mitorganisator der Dresdner "Pegida"-Bewegung: Lutz Bachmann. Doch sein "Hitler"-Foto und andere Facebook-Postings hatten eine Welle der Empörung ausgelöst. In den Posts bezeichnete er Ausländer als "Viehzeug", "Gelumpe" und "Dreckspack". Die Folge: Sein Rücktritt und eine Entschuldigung - so auf der Facebook-Seite der Bewegung nachzulesen.

Der Rücktritt hat auch in der Politik für zahlreiche Reaktionen gesorgt. So begrüßte die rechtskonservative AfD, die das Gespräch mit "Pegida" gesucht hatte, den Schritt. "Er hat mit seinen traurigen Äußerungen und ekelhaften Scherzen die Menschen von "Pegida", die getrieben von ehrlichen Sorgen auf die Straße gehen, beschämt", sagte Sprecher Christian Lüth.

Linksfraktionsvize Dietmar Bartsch wertete den Rücktritt als Beleg für die Haltung von "Pegida". "Die rassistischen Äußerungen des Pegida-Gründers Bachmann haben gezeigt, wes Geistes Kind die Organisatoren dieser Hass-Bewegung sind", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". Und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth warnte, sich vom Rückzug Bachmanns blenden zu lassen: "Pegida ist und bleibt eine rassistische Veranstaltung", sagte sie der "Berliner Zeitung".

Doch nicht nur in der Politik, sondern auch in den sozialen Netzwerken hat der Rücktritt Bachmanns zu zahlreichen Reaktionen geführt. Die "Pegida"-Pressemitteilung auf der Facebook-Seite wurde bis Donnerstagvormittag fast 500 Mal geteilt, mehr als 3000 Kommentare gab es darunter — von Anhängern wie Gegnern der Anti-Islam-Bewegung. Bei den Gegnern überwiegt die Schadenfreude. Bei den Anhängern — wenn sie denn als solche tatsächlich auszumachen sind — überwiegt Dank an Bachmann für seine Arbeit und auch erneut Kritik an Politik und Medien.

Dank an Bachmann von "Pegida"-Anhängern

"er hat wenigstens die courage für seine fehler einzustehen und die konsequenzen zu tragen. respekt dafür!!", heißt es etwa in einem Kommentar auf Facebook. Und viele andere danken ihm für das, was er auf die Beine gestellt habe. Immer wieder ist auch zu lesen, dass sich "Pegida" deshalb noch lange nicht unterkriegen lasse. "Pegida" sei viel zu groß geworden, als dass der Verlust Bachmanns das zerstören könnte, ist dort unter anderem zu lesen. Manch einer spricht auch Bachmann selbst an, dass er sich nicht unterkriegen lasse solle, dass er im Hintergrund weitermachen solle oder dass er sogar irgendwann zurückkehren solle.

Viele empören sich auch über die Kritik am "Hitler"-Foto Bachmanns, der es selbst als Parodie dargestellt hatte. Schließlich sehe man solche Parodien oft genug im Fernsehen. Es sei doch groteske Heuchelei, dass frühere Steinewerfer Minister werden konnten, aber dieses Foto zu einem Rücktritt zwinge, schreibt ein User. Von den rassistischen Äußerungen wird dabei aber nicht geschrieben. Auch heißt es mitunter, dass es ja nur eine Frage der Zeit gewesen sei, bis man genug gegen ihn ausgegraben hätte. "Na klar werden die versuchen ein Keil zwischen uns zu treiben", heißt es etwa in einem Kommentar.

Mitunter verstehen die User auch nicht, warum sich "Pegida" so beeinflussen lasse und den Rücktritt Bachmanns zuließ. Eher seltener ist aber auch leichte Kritik an Bachmann selbst zu lesen. "Ich halte pegida für die wichtigste Bürgerbewegung seit der Wende. Ich hoffe inständig, dass nicht noch mehr der Organisatoren ein zweifelhaftes Vorleben haben", heißt es da unter anderem. Ob es sich bei solchen Äußerungen aber tatsächlich immer um "Pegida"-Anhänger handelt, zweifeln auch die User im Netz selbst an.

mit Agenturmaterial

(das)
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