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Linke und Union gegen frühere Rente für Ehrenamtler​

Vorschlag „aus dem Sommerloch gefischt“ : Linke und Union gegen frühere Rente für Ehrenamtler

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat einen früheren Renteneintritt für Ehrenamtler ins Spiel gebracht. Dafür hat sie nicht nur Zustimmung geerntet. Die Opposition sieht einige Grüne gegen diesen Vorschlag.

Aus der Opposition im Bundestag kommt Kritik am Vorschlag von Bundesinnenministerin Nancy Faesers (SPD), langjähriges ehrenamtliches Engagement mit einem früheren Renteneintritt zu belohnen. „Ich habe Zweifel, ob ein früherer Renteneintritt das richtige Instrument ist, um ehrenamtlichen Einsatz zu würdigen und Anreize für mehr ehrenamtliche Tätigkeit zu setzen“, sagte CDU Fraktionsvize Hermann Gröhe dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND/Donnerstag). Das Ehrenamt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sollte mit Steuermitteln und nicht zu Lasten von Sozialversicherungsbeiträgen gefördert werden.

Linken-Fraktionsvize Gesine Lötzsch sagte dem RND: „Der Vorschlag der Ministerin scheint mir aus dem Sommerloch gefischt worden zu sein. Das ist nicht praktikabel.“ Zwar sei eine stärkere - finanzielle und ideelle - Förderung des Ehrenamtes nötig, eine Verknüpfung mit dem Renteneintrittsalter sei aber kaum umsetzbar, erklärte Lötzsch.

Mit Blick auf Feuerwehr und Rettungskräfte fügte die Linke hinzu: „Meine Sorge ist auch, dass sich die Bundesregierung zu sehr auf das ehrenamtliche Engagement verlässt, anstatt Feuerwehren und Rettungsdienste ordentlich mit Personal auszustatten.“

Faeser hatte vorgeschlagen, jahrelang engagierte Ehrenamtliche, zum Beispiel bei Feuerwehr oder Rettungskräften, ein Jahr früher in Rente zu schicken. Lob für den Vorstoß kam am Mittwoch unter anderem von Deutschem Feuerwehrverband und von der Johanniter-Unfall-Hilfe. Der Koalitionspartner FDP lehnt den Vorschlag hingegen ab.

(boot/epd)