Bürgerentscheid in Hessen Limburger stimmen für Tötung von Tauben durch Genickbruch

Limburg · Tauben bereiten vielen Städten große Probleme. Die hessische Stadt Limburg ließ ihre Bürger nun darüber abstimmen, ob Stadttauben künftig per Genickbruch getötet werden sollen. Die Mehrheit war dafür.

Tauben balgen sich auf einer Straße in Frankfurt um Brot, welches den Tieren von einem Passanten hingeworfen wurde (Symbolbild).

Tauben balgen sich auf einer Straße in Frankfurt um Brot, welches den Tieren von einem Passanten hingeworfen wurde (Symbolbild).

Foto: dpa/Boris Roessler

Am Sonntag lagen den knapp 27.000 Wahlberechtigten in Limburg an der Lahn gleich drei Wahlzettel vor. Sie wurden aufgerufen, über das EU-Parlament abzustimmen, über den nächsten Landrat des Kreises Limburg-Weilburg und auch über den Bürgerentscheid zur „Stadttaubenproblematik“, hieß es in einer Mitteilung der Stadt Limburg. Dabei ging es um die Frage, ob ein Teil der rund 700 Tauben in der Innenstadt getötet werden soll. Seit langem gibt es in Limburg Diskussionen darüber, wie der Taubenbestand reduziert werden kann, um Menschen und Gebäude vor dem Taubenkot zu schützen.

Die Bevölkerung von Limburg an der Lahn hat sich in einem Bürgerentscheid dafür ausgesprochen, die örtliche Taubenpopulation durch gezielte Tötungen zu reduzieren. 53,45 Prozent (7.530 Stimmen) der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger hätten am Sonntag einen entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung unterstützt, teilte die Stadt Limburg am Abend mit. Die Bürgerinnen und Bürger von Limburg hätten „von ihrem Recht Gebrauch gemacht und entschieden, dass die Taubenpopulation in den kommenden zwei Jahren durch einen Falkner, der Tiere betäubt und tötet, reduziert werden soll“, sagte Bürgermeister Marius Hahn (SPD).

Das Bürgerbegehren

Die Stadtverordnetenversammlung hatte im November beschlossen, einen Falkner zu beauftragen, einen Teil der Tauben zu betäuben und zu töten. Die Initiative „Stoppt das Taubentöten“ hat daraufhin ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht, das den Angaben zufolge 3.310 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift unterstützt haben. Notwendig gewesen wären zehn Prozent der Wahlberechtigten der letzten Kommunalwahl, das heißt 2.672 Unterschriften hätten ausgereicht.

Auf dem Stimmzettel am Sonntag lautete die Frage nun, ob der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aufgehoben werden soll. Wer mit „Ja“ antwortete, sprach sich gegen das Töten der Tauben aus. „Nein“ bedeutete, dass die Tauben durch einen Falkner getötet werden. Für einen erfolgreichen Bürgerentscheid muss den Angaben zufolge hätte die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf Ja lauten und diese hätten mindestens 25 Prozent der 26.647 Wahlberechtigten ausmachen müssen.

Alternativen

Als Alternative zur Tötung war diskutiert worden, den Bestand mithilfe von zwei Taubenhäusern zu reduzieren. Darin müssten die Tauben gefüttert und betreut werden, damit sie dort ihre Eier ablegen, die dann durch Attrappen ersetzt werden. Das allerdings bringe den Angaben zufolge Investitionskosten von rund 90.000 Euro und jährlichen Kosten von rund 13.000 Euro mit sich.

Andere Städte erwägen vermehrt den Einsatz einer Anti-Baby-Pille für Tauben namens „Ovistop“. Die Taubenpille wird von einer in Düsseldorf ansässigen Tierärztin vertrieben. Die langfristige Verträglichkeit für die Tauben, ebenso wie die Wirksamkeit, ist laut dem Verband „Menschen für Tierrechte“ allerdings zweifelhaft.

(esch/epd)
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