OB-Wahl in Münster: Lewe gewinnt — Piraten ziehen ins Parlament

OB-Wahl in Münster: Lewe gewinnt — Piraten ziehen ins Parlament

Münster (RPO). Markus Lewe (CDU) wird die nächsten sechs Jahre Münsters Oberbürgermeister. Bei der Wahl am Sonntag lag er mit 49,5 Prozent knapp vor seinem Rivalen Wolfgang Heuer (SPD), der auf 45,4 Prozent der Stimmen kommt. Die Piratenpartei konnte erstmals in der Universitätsstadt einen Ratssitz gewinnen.

In Münster war Oberbürgermeister Berthold Tillmann (CDU) nach zwei Amtszeiten nicht mehr angetreten. Seine Partei kann aber dennoch die Stellung halten. Sein Parteifreund Markus Lewe übernimmt jetzt das Ruder. Vielen in seiner eigenen Partei war Tillmann zuletzt zu unpolitisch, zu präsidial.

Umfragen wurden bestätigt

Mit dem Wahlergebnis bestätigten sich die Werte einer letzten Umfrage des Instituts Infratest Dimap. Im Auftrag des WDR hatten diese Werte von 50 Prozent für Lewe und 43 Prozent für Heuer prognostiziert. Auch bei der Ratswahl konnte die CDU an diesem Sonntag einen Sieg für sich verbuchen. Sie kam auf 39,2 Prozent, während die SPD lediglich 25 Prozent der Stimmen erreichte. Die Grünen kamen auf 19,4 Prozent, die FDP auf 9 Prozent und die Linke 3,3 Prozent.

Erster Ratssitz für die Piratenpartei

Auch die selbsternannten Verfechter der Wissens- und Informationsgesellschaft konnten erstmals ein Mandat im Stadtparlament gewinnen. Mit 1,6 Prozent erreichte die Piratenpartei einen Ratssitz in der Universitätsstadt. Die "Piraten" kämpfen für den Datenschutz ebenso wie für die Lockerung des Urheberrechts.

Was sind die Baustellen in Münster?

  • Fotos : Der Wahltag in Bildern

Was sind die Baustellen, die Tillmann in Münster hinterlässt? Der scheidende OB nahm dazu bereits vor der Wahl kein Blatt vor den Mund. Geradezu akribisch zählte er die Punkte zuletzt in öffentlichen Auftritten auf: der Haushalt ist nicht ausgeglichen und auch den Hauptbahnhof bezeichnete er als "unerledigtes Projekt".

Eisernes Sparen

Eisernes Sparen ist angesagt: "Wir werden uns nicht mehr fragen können, ob wir Kita-Ausbau oder Straßenausbau bezahlen wollen", bemerkte Tillmann bereits während des Wahlkampfs. "Wir müssen uns künftig fragen, ob wir überhaupt noch Geld ausgeben können." Während sich die SPD im Wahlkampf für eine Erhöhung der Gewerbesteuer ausgesprochen hat, wurde diese von OB-Kandidat Lewe ausgeschlossen.

Lewe kommt vom Bistum Münster

Der Mann von der CDU ist verheiratet und hat fünf Kinder im Alter zwischen acht und 24 Jahren. Bislang arbeitete der gelernte Verwaltungswirt für das Bistum Münster als Leiter des Controllings. Die vorderste Front der Kommunalpolitik ist für den 44-Jährigen noch relativ neu: 2007 wurde er CDU-Vorsitzender und ein später OB-Kandidat.

(tim/jre)