Leipzig: Verletzte bei Tumulten am Ende der Pegida-Demo

Leipzig : Verletzte bei Tumulten am Ende der "Legida"-Demo

Gegen Ende der "Legida"-Demonstration in Leipzig ist es am Mittwochabend zu Ausschreitungen gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden mehrere Polizisten durch Böller, Flaschen und Laserpointer verletzt. Auch Journalisten seien attackiert worden.

Aus welchem Lager, blieb zunächst ungeklärt. Die Fotoausrüstung eines Pressevertreters wurde zerstört. Die Polizei nahm drei Randalierer in Gewahrsam. "Es ist tatsächlich so, dass wir im Abgang Probleme bekommen haben, die Lager zu trennen", sagte ein Polizeisprecher. Vor dem Hauptbahnhof habe es Zusammenstöße von "Legida"-Anhängern und Gegendemonstranten gegeben. Die Beamten versuchten, die "Legida"-Sympathisanten unter Polizeibegleitung in nördlicher Richtung aus der Innenstadt zu leiten. Gegen 22 Uhr habe sich die Lage beruhigt.

Zuvor war es dem islamkritischen Bündnis nicht gelungen, für eine Großdemonstration in Leipzig wie erhofft einige Zehntausend Teilnehmer zu mobilisieren. Zu der Kundgebung auf dem zentralen Augustusplatz mit anschließendem Aufzug über einen Teil des Innenstadtrings versammelten sich am Abend nach Angaben der Stadt 15.000 "Legida"-Anhänger. 20.000 Menschen demonstrierten dagegen.

Den Zugang zum Augustusplatz blockierten Tausende "Legida"-Gegner. Anhänger der Islamkritiker wurden mit Trillerpfeifen und "Haut ab, haut ab"-Rufen empfangen und am Weiterkommen gehindert. Insgesamt waren 19 Gegenkundgebungen angemeldet. Die Stadt Leipzig schaltete als Zeichen des Protests gegen "Legida" die Außenbeleuchtung markanter Gebäude ab, unter anderem am weltberühmten Gewandhaus.

4000 Polizisten im Einsatz

Die Polizei, die mit 4000 Beamten aus ganz Deutschland im Einsatz war, sprach von einer gespannten Stimmung. Das sächsische Oberverwaltungsgericht wies eine Beschwerde der "Legida" gegen Auflagen der Stadt zum Demonstrationsverlauf noch am Abend als unzulässig zurück. Die Islamkritiker waren zuvor schon vor dem Leipziger Verwaltungsgericht gescheitert.

Viele Geschäfte im Zentrum hatten wegen der Demonstrationen vorzeitig geschlossen. Am Nachmittag hatte es zwei Brandanschläge auf die Bahnstrecke Dresden-Leipzig gegeben. Im Leipziger Hauptbahnhof musste fast die Hälfte der Gleise gesperrt werden, es kam zu Verspätungen. Am Abend legten zwei weitere Brandanschläge an Stationen des Leipziger Citytunnels zwei Stunden lang den S-Bahn-Verkehr.

(dpa)
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