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Gesundheitsreform in der Kritik: Lauterbach will "Zwei-Klassen-Medizin" abschaffen

Gesundheitsreform in der Kritik : Lauterbach will "Zwei-Klassen-Medizin" abschaffen

Dortmund/Hamburg (RPO). Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, hat die CDU-Forderung nach Zweibettzimmern in Kliniken als "Bettenkosmetik" kritisiert.

"Das Verbot von Drei- und Vierbettzimmern ist richtig. Dennoch ist der Vorschlag nichts anderes als Bettenkosmetik", sagte Lauterbach den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Die Patienten in Deutschland brauchten "nicht das Zweibettzimmer, in dem man sich von der Zweiklassenmedizin erholt, sondern eine Abschaffung der Zweiklassenmedizin". Es dürfe keine unterschiedliche Behandlung von privat und gesetzlich Versicherten mehr geben, forderte der SPD-Politiker. Deshalb müssten für alle Versicherten die gleichen Honorare gezahlt werden.

Lauterbach sprach sich für mehr Wettbewerb unter den Ärzten aus, um ein "Qualitätsplus" bei der Behandlung zu erreichen. "Behandlung erster Klasse für alle ist unsere Forderung," sagte der SPD-Abgeordnete den "Ruhr Nachrichten". Finanziert werden solle dies durch höhere Beiträge von Besserverdienenden, so wie es die SPD-Pläne für eine Bürgerversicherung vorsähen.

Stärkere Spezialisierung gefordert

In der "Financial Times Deutschland" forderte Lauterbach von den Krankenhäusern eine stärkere Spezialisierung und Profilierung. Dies gelte auch, wenn sich Kliniken in diesem Wettbewerb als überflüssig herausstellten und geschlossen würden. "Es ist falsch, jedes Krankenhaus erhalten zu wollen", sagte Lauterbach der "FTD". Die mangelnde Spezialisierung sei vielmehr auch ein Grund für die vergleichsweise schlechte Behandlungsqualität insbesondere bei schweren Krebserkrankungen in vielen deutschen Krankenhäusern.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), hatte sich in der "Süddeutschen Zeitung" von Montag dafür ausgesprochen, dass es in Krankenhäusern für gesetzlich Versicherte statt Drei- und Vierbettzimmern nur noch Zweibettzimmer geben solle. Auch bei den niedergelassenen Medizinern müsse der Service deutlich besser werden. So sollten Fachärzte Termine innerhalb von drei Wochen vergeben und diese auch einhalten.

Hier geht es zur Infostrecke: Was auf Kassenpatienten zukommt

(AFP/csh)