„Historische Gelegenheit“ Lauterbach will Klinikreform trotz Differenzen vorantreiben

Berlin · „Es gibt keine andere Reform.“ Man sei zum Erfolg verdammt, sagt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach: Alle wüssten, dass es eine „historische Gelegenheit“ sei, das Krankenhaussystem so neu aufzubauen, wie es benötigt werde. Das sind die Pläne.

 Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht auf der Pressekonferenz nach der erneuten Bund-Länder-Beratungen zur geplanten Krankenhausreform.

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht auf der Pressekonferenz nach der erneuten Bund-Länder-Beratungen zur geplanten Krankenhausreform.

Foto: dpa/Hannes P Albert

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach setzt trotz anhaltender Differenzen mit den Ländern auf zügige nächste Schritte zur geplanten Krankenhausreform. In einigen geforderten Punkten wie einer stärkeren Entbürokratisierung könne man mitgehen, sagte der SPD-Politiker nach Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch in Berlin. Dagegen seien generell vorgesehene Qualitätsvorgaben für den Bund nicht verhandelbar. Die Notwendigkeit der Reform sei bei dem Treffen nicht infrage gestellt worden. Alle wüssten, dass es eine „historische Gelegenheit“ sei, das Krankenhaussystem so neu aufzubauen, wie es benötigt werde. Lauterbach betonte: „Es gibt keine andere Reform.“ Man sei zum Erfolg verdammt.

Zu einem nun vorgelegten Gesetzentwurf können Länder und Verbände bis zum 30. April Stellung nehmen, wie der Minister erläuterte. Am 8. Mai soll sich das Kabinett damit befassen, die erste Lesung im Bundestag wird noch vor dem Sommer angestrebt. Lauterbach sagte, er glaube nicht, dass die Reform noch scheitere.

Die Gesetzespläne zielen darauf, die Vergütung mit Pauschalen für Behandlungsfälle zu ändern, um Kliniken von finanziellem Druck zu immer mehr Fällen zu lösen. Künftig sollen sie 60 Prozent der Vergütung allein schon für das Vorhalten von Angeboten bekommen. Grundlage der Finanzierung durch die Krankenkassen sollen genauer definierte Leistungsgruppen mit einheitlichen Qualitätsvorgaben sein. Lauterbach hat die Reform so angelegt, dass sie im Bundesrat nicht mehr zustimmungsbedürftig sein soll.

(csan/dpa)
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