Vorstoß der Bundesagentur: Langzeitarbeitslose sollen Demenzkranke betreuen

Vorstoß der Bundesagentur: Langzeitarbeitslose sollen Demenzkranke betreuen

Berlin (RPO). Künftig sollen offenbar mehrere tausend Langzeitarbeitslose Demenzkranke in Pflegeheimen betreuen. Die Initiative stammt aus den Häusern des Gesundheitsministeriums und der Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt würden 10.000 Betreuer benötigt. Pflegeexperten sind empört.

Dies bestätigte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater, am Samstag auf AP-Nachfrage und damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Das mit der Bundesagentur für Arbeit verabredete und in der Gesundheitsreform festgelegte Programm solle schon am 1. September starten.

Auf diese Weise solle den Demenzkranken ein "humanerer Alltag" ermöglicht werden, sagte Vater. Der Bedarf sei da. Er betonte, die Langzeitarbeitslosen würden nicht zu Pflegeleistungen hinzugezogen, da dafür eine spezielle Ausbildung nötig sei, sondern ihnen würden nur Betreuungsaufgaben zugewiesen. Der Sprecher wies darauf hin, es gebe rund 15.000 arbeitslose Pfleger. Die Pflegekassen würden die Kosten tragen. Ihre Höhe konnte er nicht beziffern.

Laut "Süddeutscher Zeitung" dürfen nach dem neuen Pflegegesetz Heime für diese Bewohner zusätzliches Personal einstellen. Derzeit würden überall in Deutschland Bewerberpools gebildet, sagte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit den Angaben zufolge. Teilnehmen könne jeder, der sich für die Arbeit in einem Heim interessiere und für eine Weiterbildung infrage komme.

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Pflegevertreter kritisierten die Pläne der BA scharf. "Man kann nicht jeden in so einen Beruf schicken", sagte der Münchner Pflegeexperte Claus Fussek der "Süddeutschen Zeitung".

Die Arbeitslosen sollen offenbar nur eine Kurzausbildung bekommen, wie die Zeitung weiter berichtete. Ein Entwurf des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der dem Blatt vorliegt, sieht 160 Stunden Unterricht und einige Praktika vor. Vergleichbare Lehrgänge in der Vergangenheit hätten 900 Stunden Schulung vorgesehen, kritisierte ein Sprecher der Deutschen Alzheimergesellschaft.

Unionsfraktionschef Volker Kauder begrüßte die umstrittenen Pläne dagegen. "Wenn die Menschen für diese Aufgabe qualifiziert sind, ist das in Ordnung", sagte Kauder der "Bild am Sonntag".

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(ap)
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