Landtagswahlen aktuell Union stärkste Kraft – AfD auf Platz zwei

München/Wiesbaden · Der 8. Oktober 2023 ist Doppelwahltag: Sowohl in Bayern als auch in Hessen haben die Menschen einen neuen Landtag gewählt. Dabei dominiert die Union. SPD, Grüne und FDP verlieren, AfD und Freie Wähler legen jeweils zu. Die Linke ist abgeschlagen.

Landtagswahlen Bayern & Hessen 2023: Fotos vom Wahlabend
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Jubel und Trauer – Bilder des Wahlabends in Hessen und Bayern

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Foto: dpa/Arne Dedert

Wir berichten jeweils separat über die beiden Landtagswahlen. Hier finden Sie die Details:

  • Bayern: Im flächengrößten Bundesland bleibt die CSU laut Hochrechnung weiter stärkste Kraft im Landtag. Allerdings verliert sie wohl noch einmal leicht gegenüber der letzten Landtagswahl 2018. Die AfD legt zu und kommt wohl auf Platz zwei, die Freien Wähler gewinnen ebenfalls. Grüne und SPD verlieren. Die FDP fliegt aus dem Landtag. Hier lesen Sie mehr über die Wahlergebnisse in Bayern.
  • Hessen: Stärkste Kraft im Landtag von Wiesbaden bleibt laut Hochrechnung die CDU. Sie gewinnt deutlich gegenüber der letzten Landtagswahl. Die AfD wird in Hessen zweitstärkste Kraft, die Freien Wähler legen ebenfalls zu. Grüne und SPD verlieren, und auch in Hessen musste die FDP um den Einzug in den nächsten Landtag bangen, schafft es am Ende aber knapp. Die Linke verpasst den Wiedereinzug ins Parlament. Hier lesen Sie mehr über die Wahlergebnisse in Hessen.

Bei beiden Abstimmungen müssen die drei Parteien der Berliner Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP Verluste hinnehmen – allerdings in unterschiedlichem Maß. Auch auf Bundesebene hätte das Bündnis von Kanzler Olaf Scholz (SPD) Umfragen zufolge derzeit keine Mehrheit.

In Bayern gewinnen die Freien Wähler deutlich hinzu, deren Parteichef Aiwanger Ende August mit einer Affäre um ein antisemitisches Flugblatt in die Schlagzeilen geraten war. Nach einigen Tagen bat der 52-Jährige um Entschuldigung, zugleich beklagte er aber eine politische Kampagne gegen sich. In Umfragen erlebten die Freien Wähler danach einen Höhenflug. Dieser Trend spiegelte sich auch in Hessen wider, wo die Partei ebenfalls leicht zugelegt hat.

Für bundespolitische Ambitionen von Bayerns Regierungschef Söder, von ihm selbst regelmäßig zurückgewiesen, könnte das Wahlergebnis ein Dämpfer sein – zumindest, wenn die CDU ihre Wahlen bis zur Kür des Unionskanzlerkandidaten im Herbst 2024 nicht ebenfalls in den Sand setzt. Zur Erinnerung: Früher holte die CSU regelmäßig absolute Mehrheiten, mit Edmund Stoiber an der Spitze vor 20 Jahren sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Inzwischen ist schon die 40-Prozent-Marke fast außer Reichweite geraten.

In Hessen hatte Bundesministerin Faeser klargestellt, nur dann aus Berlin zurück in die Landespolitik zu wechseln, wenn sie Ministerpräsidentin wird. Die Schlappe der hessischen Sozialdemokraten macht das nun höchst unwahrscheinlich. Auch als Bundesinnenministerin könnte Faeser jetzt angezählt sein.

Insgesamt stimmberechtigt waren in beiden Bundesländern rund 13,7 Millionen Menschen – gut ein Fünftel aller Wahlberechtigten bundesweit. Deswegen gelten die Abstimmungen als wichtiger Indikator für die bundespolitische Lage.

(hebu/dpa)
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