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Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2021: Reiner Haseloff, Oliver Kirchner und Katja Pähle - Spitzenkandidaten im Portrait

Porträts der Kandidaten : Das sind die Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt

Wenn am Sonntag, den 6. Juni, die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stattfindet, sind 1,8 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Die Wähler haben die Auswahl zwischen bekannten und einigen neuen Gesichtern. Wir stellen die Spitzenkandidaten der großen Parteien vor.

Derzeit sind mit der CDU, der SPD, den Grünen, den Linken und der AfD fünf Parteien im Landtag von Sachsen-Anhalt vertreten. Das könnte sich nach der Landtagswahl 2021 ändern, da auch die FDP hofft, wieder in den Landtag einziehen zu können.

Doch die Umfragen prognostizieren ein nahezu identisches Wahlergebnis wie 2016. Seitdem regiert Ministerpräsident Reiner Haseloff mit Schwarz-Rot-Grün in einer „Kenia-Koalition“. An die Regierungskoalition gingen 46 der 87 Sitze im Landtag.

Größte Oppositionspartei ist mit 21 Mandaten die AfD, die Linke hat 16 Sitze. Wer Ministerpräsident Reiner Haseloff bei den kommenden Wahlen herausfordert, lesen Sie hier.

Das sind die Spitzenkandidaten der großen Parteien für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2021

Insgesamt haben sechs Parteien begründet Hoffnung in den neuen Landtag einzuziehen. Bis auf die CDU versuchen es alle mit neuen Spitzenkandidaten.

CDU-Kandidat Reiner Haseloff tritt erneut bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt an

2011 wurde Reiner Haseloff zum ersten Mal Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Bereits zum dritten Mal kandidiert Reiner Haseloff nun schon als CDU-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt. 

Der CDU-Politiker wurde am 19. Februar 1954 in Bülzig geboren. Nach seinem Abitur studierte er von 1973 bis 1978 Physik an der Technischen Universität Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin. Reiner Haseloff schloss sein Studium als Diplom-Physiker ab. Danach arbeitete er von 1978 bis 1990 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Umweltschutz in Lutherstadt Wittenberg und promovierte ein Jahr darauf. Im Anschluss daran arbeitete Reiner Haseloff zehn Jahre als Direktor des Arbeitsamtes Wittenberg.

Reiner Haseloffs politische Karriere

Bereits 1976 trat Reiner Haseloff in die CDU der DDR ein. Seit 1990 gehört er dem CDU-Landesvorstand von Sachsen-Anhalt an. Stellvertretender CDU-Landesvorsitzender war er von 2004 bis 2012. Außerdem ist er seit Ende 2008 Mitglied im CDU-Bundesvorstand.

Unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer war Haseloff nach der Landtagswahl 2006 Minister für Wirtschaft und Arbeit, bis er 2011 zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt wurde. Seit Anfang 2021 ist der 67-Jährige Mitglied im CDU-Bundespräsidium. Der CDU-Politiker ist verheiratet und hat zwei Söhne. 

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Wahlziele der CDU bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt

Eines der Hauptwahlziel von Reiner Haseloff ist es, Fachkräfte auszubilden und danach auch in Sachsen-Anhalt zu halten. Damit möchte er weitere Unternehmen im Bundesland ansiedeln und die Wirtschaft stärken. Ein weiterer Punkt im Wahlprogramm der CDU ist die Förderung der Digitalisierung.

SPD-Kandiatin Katja Pähle ist die jüngste Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt

Seit 2016 ist die SPD-Spitzenkandidatin Katja Pähle Fraktionsvorsitzende im Landtag von Sachsen-Anhalt. Bereits seit 2011 hat die 43-Jährige einen Sitz im Landtag in Magdeburg. Die studierte und promovierte Soziologin ist die jüngste Spitzenkandidatin. Sie setzt sich im Wahlkampf für sozialdemokratische Themen wie soziale Gerechtigkeit ein.

Politische Karriere von Katja Pähle

Die SPD-Spitzenkandidaten wurde am 27. Juni 1977 in Wippra geboren und ist in Hettstedt aufgewachsen. Nach ihrem Abitur begann Katja Pähle ein Studium der Soziologie und Psychologie an der Martin-Luther-Universität in Halle. 2010 promovierte sie zur Dr. phil. und arbeitete von 2008 bis 2011 im Gesundheits- und Sozialministerium in Magdeburg als persönliche Referentin im Ministerbüro.

Bereits 1999 trat Katja Pähle in die SPD ein und war von 2005 bis 2013 Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Halle. Seit 2008 ist sie Mitglied des SPD-Landesvorstands und seit Ende 2017 Mitglied des SPD-Parteivorstands. Die Politikerin ist verheiratet und hat zwei Kinder.

SPD-Wahlprogramm für die Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt

Bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt tritt Katja Pähle für soziale Gerechtigkeit und eine klare Abgrenzung zu Rechtsextremismus an. Des Weiteren umfasst ihr Wahlprogramm eine klimaverträgliche und umweltfreundliche Wirtschaftsweise, die dennoch Arbeitsplätze sichert. 

Grünen-Kandidatin Cornelia Lüddemann

Nach der letzten Wahl 2016 hat Cornelia Lüddemann den Fraktionsvorsitz übernommen. Die Spitzenkandidatin der Grünen sitzt seit 2011 im Landtag. Gemeinsam mit Landeschef Sebastian Striegel und Umweltministerin Claudia Dalbert bildet sie ein Spitzentrio, das sich für die klassischen Themen in der Umwelt- und Klimapolitik einsetzt. Einen weiteren Schwerpunkt setzen die Grünen ebenso wie die SPD auf den Kampf gegen Rechts.

Cornelia Lüddemanns politische Karriere

Die gelernte Bibliotheksfacharbeiterin und studierte Diplom-Pädagogin wurde am 11. Mai 1968 in Dessau geboren. Sie absolvierte nach ihrem Abitur eine Ausbildung als Bibliotheksfacharbeiterin. In diesem Beruf arbeitete sie bis 1991 und leitete danach von 1994 bis 2001 das Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke. Neben diesem Job studierte Cornelia Lüddemann Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Soziale Arbeit.

Bevor sie sich ganz der Politik widmete war sie von 2001 bis 2010 Geschäftsführerin des Landesfrauenrats Sachsen-Anhalt e.V. und danach Geschäftsführerin der Bundesvereinigung soziokultureller Zentren e.V. in Berlin.

1992 wurde Lüddemann Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und saß von 1997 bis 2001 im Landesvorstand Sachsen-Anhalt sowie von 2000 bis 2006 im Kreisvorstand Dessau. Grüne-Landesvorsitzende war sie von 2011 bis 2016 bis sie zur Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag wurde.

Wahlprogramm der Grünen bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt

Eine der wichtigsten Säulen im Wahlprogramm der Grünen ist die Bildungspolitik. Cornelia Lüddemann setzt hier vor allem auf Gemeinschaftsschulen und auch nach der Corona-Pandemie soll Homeschooling teilweise weiterhin möglich sein. Außerdem möchte sie Radverkehr, Ladesäulen auf dem Land und den Gütertransport auf der Schiene stärker fördern.

Linke-Kandidatin Eva von Angern

Eva von Angern ist seit 2002 als Abgeordnete im Landtag von Sachsen-Anhalt vertreten und wurde im Dezember 2020 stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken zusammen mit Thomas Lippmann. Die Spitzenkandidatin der Linken ist studierte Juristin und Rechtsanwältin.

Eva von Angerns politische Karriere

Eva von Angern wurde am 1. Dezember 1976 in Magdeburg geboren und machte 1995 am Wilhelm-Raabe-Gymnasium ihr Abitur. 2001 schloss sie ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit der ersten Prüfung ab. Danach folgte ein Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht Naumburg. 2005 absolvierte von Angern ihre zweite Staatsprüfung und arbeitet seit 2006 als Rechtsanwältin.

Ihre politische Karriere startete 1996 in der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) bei der sie von 1998 bis 2002 stellvertretende Vorsitzende war. Von 2002 bis 2011 war sie daraufhin Vorsitzende des PDS/Die Linke-Stadtverbandes Magdeburg. Seit 2011 ist Eva von Angern Vorsitzende des Landesfrauenrates. Außerdem engagiert sie sich im Kampf gegen Kinderarmut. Von Angern war lange rechtspolitische Sprecherin. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Außerdem gehört sie dem Adelsgeschlecht von Angern an.

Wahlprogramm der Linken bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt

Das zentrale Wahlkampfthema der Linken ist die fehlende Repräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen. Weiterhin möchte Eva von Angern kommunale Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt finanziell unterstützen, um den Beschäftigten eine bessere Bezahlung zu ermöglichen.

Mit FDP-Kandidatin Lydia Hüskens möchte die FDP es nach zehn Jahren wieder in den Landtag schaffen

Mit Lydia Hüskens als Spitzenkandidatin erhofft sich die FDP die 5-Prozent-Hürde überwinden zu können. Bei den letzten beiden Wahlen scheiterte die FDP an diesem Ziel. Von 2002 bis 2011 war Lydia Hüskens Mitglied des Landtags und konnte Erfahrungen sammeln. Mittlerweile ist sie amtierende Landesvorsitzende der FDP.

Politische Karriere von Lydia Hüskens

Die FDP-Politikerin Lydia Hüskens wurde am 26. März 1964 in Geldern geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie Politikwissenschaft und Publizistik. 1990 promovierte sie.

1989 wurde Lydia Hüskens Mitglied der FDP. Seit 2009 ist Hüskens Kreisvorsitzende der FDP Magdeburg. Bei der Kommunalwahl 2019 wurde sie zur Stadträtin in Magdeburg gewählt. Ihr Slogan für die Landtagswahl lautet „Ein Land fährt hoch“. Hüskens ist derzeit Geschäftsführerin des Studentenwerks Halle. Die Politikerin ist verheiratet und hat zwei Kinder.

FDP-Wahlprogramm bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt

Bei der Landtagswahl möchte die FDP mit den Themen Digitalisierung, Bürokratieabbau, Wirtschaftsförderung und profitable Landwirtschaft punkten.

AfD-Kandidat Oliver Kirchner

Als Oppositionsführer gehört Oliver Kirchner seit 2016 dem Landtag in Sachsen-Anhalt an. Bei der letzten Wahl ist die AfD auf Anhieb zweitstärkste Kraft geworden. 2018 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden der AfD gewählt.

Eine Regierungsbeteiligung der AfD gilt nicht zuletzt wegen Spitzenkandidat Oliver Kirchner selbst als unwahrscheinlich, da er Mitglied der Gruppierung „Der Flügel“ war, in der sich rechtsextreme Kräfte um den Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke gesammelt haben. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Strömung als rechtsextremistisch ein.

Werdegang von Oliver Kirchner

Oliver Kirchner wurde am 4. Mai 1966 in Magdeburg geboren. Nachdem er bis 1982 die Polytechnische Oberschule besucht hat, absolvierte Kirchner eine Ausbildung zum KfZ-Mechaniker. Von 1984 bis 1990 arbeitete er als Mechaniker für Flurfördergeräte und machte danach eine Weiterbildung zum Karosseriebaumechaniker.

1996 schloss er eine Berufsausbildung zum Automobilkaufmann ab und machte sich 1999 im Kraftfahrzeughandel selbständig. Erst 2014 trat Oliver Kirchner ist die AfD ein und ist damit ein klassischer Quereinsteiger.

Wahlprogramm der AfD bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt

Bei den Landtagswahlen 2021 in Sachsen-Anhalt liegt der Fokus der AfD auf der Corona-, der Familien- und der Zuwanderungspolitik.