Wahl des Bundespräsidenten: Lafontaine: Gauck hetzt gegen die DDR

Wahl des Bundespräsidenten : Lafontaine: Gauck hetzt gegen die DDR

Hamburg (RPO). Der ehemalige Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine hat dem Bundespräsidentschaftskandidaten Joachim Gauck Hetze gegen die DDR vorgeworfen. Gauck habe als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen seine Behörde instrumentalisiert, "um die DDR auf allen Ebenen zu delegitimieren", sagte Lafontaine in einem Interview.

Die Linke teile in diesem Punkt die Auffassung des Willy-Brandt-Kreises der SPD. Dabei wüssten die Ostdeutschen, "dass der protestantische Pfarrer Gauck durchaus zu jenen gehört hat, die von der Staatssicherheit auch Privilegien erhalten haben", fügte Lafontaine gegenüber der Online-Ausgabe des "Stern" hinzu. Im Osten seien "die Stimmen nicht zu überhören, die darauf hinweisen, dass auch Gauck sich wie andere evangelische Pfarrer mit dem DDR-System arrangiert hatte".

Unterdessen hat sich Gauck gegen die Vorwürfe verwahrt. Er warf seinerseits Lafontaine eine Unterminierungs-Strategie gegenüber den mit ihm sympathisierenden Links-Delegierten für die Bundesversammlung vor. Der "Leipziger Volkszeitung" (Mittwochausgabe) sagte er: "Wenn an dem Tag, an dem die Öffentlichkeit darüber spekuliert, ob die Linkspartei mich zum Gespräch einladen möchte, ungeheuerliche Unterstellungen über ein Zusammenwirken oder Begünstigung der Stasi für Gauck an den Tag kommen, kann man das persönlich als Infamie bezeichnen."

Der von SPD und Grünen nominierte parteilose Gauck tritt bei der Bundespräsidentschaftswahl am 30. Juni gegen Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) an, der von Union und FDP für das höchste Staatsamt kandidiert. Die Linkspartei hat ihre Kulturexpertin Luc Jochimsen aufgestellt.

(DDP/felt)