Kükentöten: Deutschland und Frankreich wollen schnellstmöglichen Stopp

Ausstieg bis Ende 2021 geplant : Deutschland und Frankreich wollen Kükentöten schnellstmöglich beenden

Spätestens Ende 2021 soll Schluss sein mit dem brutalen Vorgehen: Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat am Montag in Berlin mit ihrem französischen Amtskollegen Didier Guillaume darüber beraten, wie das Töten männlicher Küken beendet werden kann.

"Wir haben verabredet, bis Ende 2021 definitiv aus dem Kükentöten auszusteigen", sagte Klöckner. Zugleich betonte sie auch die Bedeutung von Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Juni in einem Grundsatzurteil entschieden, das Töten von männlichen Küken sei "tierschutzrechtlich nur noch übergangsweise zulässig". Als künftige Alternative sieht das Gericht vor allem bereits bestehende Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei. Männliche Küken werden derzeit massenhaft getötet, weil ihre Aufzucht für die Brutbetriebe unwirtschaftlich ist.

Nach Angaben Klöckners wurden in Deutschland zuletzt pro Jahr zwischen 32 und 40 Millionen Küken getötet, 50 Millionen in Frankreich und rund 500 Millionen in Europa. Guillaume äußerte die Hoffnung, dass eine gemeinsame deutsch-französische Anstrengung bei der Beendigung des Kükentötens künftig auch auf weitere EU-Länder abstrahlen könne.

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Gero Hocker, erklärte, ob ein Ende des Kükentötens erreicht werden könne, werde nicht von der Politik, sondern letztendlich an der Ladenkasse entschieden. "Denn die Verbraucher steuern mit ihrem Kaufverhalten, wie produziert wird", erklärte er. Nötig sei eine echte Marktreife der Früherkennung im Ei durch Forschung und Innovation in Verbindung mit einem mindestens EU-weiten Verbot des Kükentötens.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Friedrich Ostendorff, kritisierte, das "ethisch nicht zu rechtfertigende Töten der männlichen Küken" sei ein Problem der Intensivierung der Lebensmittelproduktion. "Mitgeschöpfe werden zu ökonomischen Zählgrößen degradiert", erklärte er. "Statt die Industrialisierung der Landwirtschaft voranzutreiben,sollten wir uns auf eine ethisch vertretbare Tierhaltung verständigen."

(felt/AFP)