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Strategische Neuausrichtung gefordert: Kubicki verschärft seine Kritik an der FDP

Strategische Neuausrichtung gefordert : Kubicki verschärft seine Kritik an der FDP

Berlin (RPO). FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki erneuert seine Kritik an seiner Partei. Die FDP brauche einestrategische Neuausrichtung und eine Führung, die begreife, was inden eigenen Reihen geschieht, sagte Kubicki in einem Interview.

Der "LeipzigerVolkszeitung" sagte der FDP-Fraktionschef imschleswig-holsteinischen Landtag: "Das ist nichtnur eine Personalfrage, sondern eine Frage der selbstbewusstenAusrichtung der Gesamtpartei." Mit der Fortsetzung der bisherigenPolitik sei keine Gesundung denkbar.

Kubicki sagte, der Absturz der FDP von 15 auf fünf Prozent in denMeinungsumfragen nach einem Jahr Regierungszeit im Bund habe dieTendenz zur Missachtung der FDP in der Öffentlichkeit verfestigt.Dieses Gefühl könnten die hauptberuflichen FDP-Mandatsträger undFunktionäre eine ganze Weile ertragen, aber die einfachen Mitgliederund die Lokalpolitiker der FDP hielten das nicht lange aus.

Sachsens FDP-Partei- und Fraktionschef Holger Zastrow warfKubicki Sendungsbewusstsein und Eitelkeit vor. Dessen Einwände kämen"in schöner Regelmäßigkeit. Inzwischen nervt diese Kritik auch, weiles nie etwas Neues ist", sagte Zastrow am Dienstag imDeutschlandfunk. Zu Kubickis Vergleich der FDP mit der Endphase derDDR sagte er: "Das ist so ziemlich der größte Unsinn, den ich seitlangem gehört hab."

Zastrow sprach von einer "lösbaren Krise eines Moments" für dieFDP. Kubicki konstruiere hingegen eine "globale Existenzkrise". Diessei unverantwortlich. Zastrow sprach dem Außenminister und FDP-ChefGuido Westerwelle seinen Respekt und sein Vertrauen aus. Westerwellebrauche aber mehr Unterstützung aus der zweiten und dritten Reihe.

Die FDP-interne Protestgruppierung "Liberaler Aufbruch" begrüßtehingegen eine Grundsatzdebatte über den Zustand der Partei. Inzentralen Fragen würden die Liberalen "zu häufig einknicken", sagteder Sprecher Frank Schäffler im Deutschlandradio Kultur. Die FDPmüsse ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Schäffler wies ebenfallsKubickis DDR-Vergleich zurück. "Aber er hat die FDP damit noch malim alten Jahr aufgerüttelt", sagte er.

(apd/das)