1. Politik
  2. Deutschland

Anschlag auf Auto des "Bild"-Chefs: Kritik an G-8-Gipfel in Bekennerschreiben

Anschlag auf Auto des "Bild"-Chefs : Kritik an G-8-Gipfel in Bekennerschreiben

Hamburg (RPO). Ein Bekennerschreiben ist einen Tag nach dem Anschlag auf das Auto von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann in Hamburg aufgetaucht. Polizeiangaben zufolge ist es am Mittwoch bei einer Nachrichtenagentur eingegangen. Die Verfasser des Briefes kritisierten den G-8-Gipfel und die Berichterstattung der "Bild"-Zeitung. Weitere Angaben wollte Polizeisprecher Ralf Meyer zunächst nicht machen: "Die Untersuchungen laufen."

Diekmanns Wagen wurde am Dienstagmorgen vor seinem Haus im vornehmen Hamburger Stadtteil Harvestehude angezündet. Der Mercedes, in dem sich drei Kindersitze und ein Kinderwagen befanden, brannte völlig aus. Die Täter konnten zunächst nicht ermittelt werden. Die Polizei hält einen Zusammenhang mit dem G-8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm für wahrscheinlich. In den vergangenen Tagen hatten sich Anschläge auf Häuser und Autos von Politikern und Industrie-Managern gehäuft.

Die Serie der vermutlich politisch motivierten Anschläge vor dem G-8-Gipfel geht in Hamburg unvermindert weiter: Einen Tag nach dem Brandanschlag auf das Auto schleuderten Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch Steine auf das Haus des CDU-Politikers Karl-Heinz Warnholz. Sie trafen ein Fenster des Gebäudes im Stadtteil Rahlstedt, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand.

Der Notruf zum Anschlag auf das Haus von Warnholz ging am Mittwochmorgen um 01.50 Uhr bei der Polizei ein. Warnholz war den Angaben zufolge zusammen mit seiner Familie zu Hause. Es entstand nur leichter Schaden. Einen politischen Hintergrund schloss die Polizei nicht aus. Ein Bekennerschreiben lag zunächst nicht vor. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Täter konnten unerkannt entkommen.

Seit 2005 hat es in Hamburg zahlreiche Brand- und Farbanschläge auf Häuser und Autos von Politikern und Managern gegeben, in letzter Zeit häuften sich die Taten. Die Polizei vermutet, dass dahinter militante G-8-Gegner stehen. Bisher konnte noch kein Täter überführt werden. Insgesamt registrierte die Polizei nach Angaben der Sondergruppe Kavala seit September 2005 bundesweit 207 Straftaten im Zusammenhang mit dem G-8-Gipfel, davon 22 Brandanschläge, wie eine Sprecherin mitteilte.

(ap)