Allein erziehende Eltern: Kritik an Form der Kindergelderhöhung

Allein erziehende Eltern : Kritik an Form der Kindergelderhöhung

Berlin (RPO). Der Verband allein erziehender Mütter und Väter hat die Form der geplanten Kindergelderhöhung kritisiert. Die rund 2,4 Millionen Einelternfamilien erhielten entweder nur die Hälfte, also zehn Euro mehr, oder gar nichts, beklagte die Verbandsvorsitzende Edith Schwab am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung will das Kindergeld ab kommenden Jahr in der Regel jeweils um 20 Euro erhöhen.

Über 800.000 Kinder von allein Erziehenden gingen leer aus, da das Kindergeld voll auf ihre Sozialleistungen oder den Unterhaltsvorschuss angerechnet werde, erläuterte Schwab. Den übrigen Kindern würden zehn Euro von ihrem Unterhalt abgezogen.

Die Verknüpfung von Steuer- und Unterhaltsrecht schade genau denen, die am meisten Entlastung bräuchten, nämlich den allein Erziehenden. Sie sprach sich für eine Kindergrundsicherung von 500 Euro pro Kind aus. Dies würde viele Ungerechtigkeiten auf einen Schlag beseitigen.

Der Koalitionsvertrag widme der Bekämpfung von Kinderarmut gerade einmal einen Halbsatz und dieser nenne keine konkreten Maßnahmen, so die Verbandsvorsitzende. Dennoch sei das Steuerrecht der grundsätzlich richtige Hebel, "um Bewegung in die verkrustete Verteilung von Steuergeldern zu bringen". Schwab forderte die Abschaffung des Ehegattensplittings, die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf Produkte für Kinder und die Erhöhung der Bezugsgrenze des Kindergelds auf die ursprünglichen 27 Jahre.

(KNA/top)
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