Kriminalstatistik: Das sind Deutschlands gefährlichste Städte

Kriminalstatistik : Das sind Deutschlands gefährlichste Städte

Fast sechs Millionen Straftaten wurden 2013 in Deutschland registriert, fast alle fünf Sekunden eine. Dabei haben besonders die Wohnungseinbrüche stark zugenommen. Zu beobachten ist ein Kriminalitätsgefälle in Deutschland: von Nord nach Süd. Ein neuer Trend macht der Polizei Sorgen: die "Ü-60-Gangster".

Das geht aus der aktuellen Kriminalstatistik hervor. Die insgesamt 5,961 Millionen Straftaten stellen rechnerisch zwar einen Rückgang um 0,6 Prozent im Vergleich zum Jahr davor dar, wie die Zeitung "Die Welt" aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2013 zitiert, die am Mittwoch von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin vorgestellt wird.

Vor allem Eigentumsdelikte haben aber zugelegt, dazu gehören Autoklau, Taschendiebstähle und Wohnungseinbrüche. Besonders bei den Einbrüchen ist ein starkes Wachstum zu verzeichnen. Fast 150.000 Fälle wurden 2013 registriert. Das entspricht einer Zunahme von fast einem Drittel innerhalb der vergangenen fünf Jahre.

Laut "Welt am Sonntag" ist gleichzeitig die Aufklärungsrate bei den Wohnungseinbrüchen so niedrig wie seit Mitte der 90er-Jahre nicht mehr: Rund 80 Prozent der Delikte bleiben unaufgeklärt. Auch dieser Fakt treibt die Einbrecher offenbar zusätzlich an.

"Die Kosten für Einbruchschäden bewegen sich mit rund 480 Millionen Euro auf Rekordniveau", teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Anfrage der Zeitung mit. Durchschnittlich seien das 3300 Euro pro Einbruch.

Nord-Süd-Gefälle

Insgesamt ist laut Kriminalstatistik ein deutliches Nord-Süd-Gefälle in Deutschland zu beobachten. Da sind zum einen die Stadtstaaten, die traditionell eine hohe Kriminalitätsrate haben. Berlin liegt mit fast 15.000 Fällen pro 100.000 Einwohner ganz vorn, Hamburg und Bremen folgen mit über 13.000 Fällen.

Dahinter reihen sich Sachsen-Anhalt, NRW und Brandenburg mit jeweils über 8000 Straftaten pro 100.000 Einwohner ein, gefolgt von Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Deutlich besser sieht es im Süden aus. In Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz liegen die Fall-Zahlen zwischen 6000 und 7000, Baden-Württemberg (5450) und Bayern (5073) liegen in dieser Statistik einmal ganz hinten.

München sicherste Großstadt

Auch bei den 39 in der Statistik aufgeführten Großstädte kann Bayern glänzen. München liegt mit knapp 7400 Straftaten je 100.000 Einwohner auf dem letzten Platz. Mehr als doppelt so viele Taten (16.292 je 100.000 Einwohner) hat dagegen Frankfurt am Main als Erstplatzierte Großstadt aufzuweisen.

In diesem Ranking findet sich Berlin als Erstplatzierter auf Bundesland-Ebene auch nur auf Rang drei wieder. Mit über 15.000 Straftaten je 100.000 Einwohner hat sich Köln auf den zweiten Platz geschoben. Unter den ersten zwölf Städten finden sich hier allein vier aus NRW. Das Ranking der ersten 16 Städte finden Sie in unserer Infostrecke.

In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden nicht nur die verschiedenen Delikte und deren räumliche Zuordnung aufgeführt, sondern auch die verschiedenen Tätergruppen werden erfasst. Und hier zeichnet sich ein neuer Trend ab.

Mit dem demografischen Wandel wächst auch die Zahl der älteren Kriminellen. Experten nennen sie "Ü-60-Gangster", Straftäter jenseits der 60 Jahre. Sie machen bereits deutlich über sieben Prozent aller Kriminellen aus, insgesamt rund 150.000 Personen.

Laut "Welt" waren von ihnen 48.000 bereits zwischen 70 und 80 Jahre alt, 11.000 sogar noch älter. Zu den häufigsten Delikten der "Ü-60-Gangster" zählen übrigens Ladendiebstähle.

Zu unserem Ranking der gefährlichsten Großstädte kommen Sie hier.

Hier geht es zur Infostrecke: Das sind die gefährlichsten Städte Deutschlands

(csr)
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