Krawall-Bilanz G20-Gipfel: Olaf Scholz dankt Polizisten für "heldenhaften Einsatz"

Bilanz nach Krawallen beim G20-Gipfel: Scholz dankt Polizisten für "heldenhaften Einsatz"

476 verletzte Beamte, 37 Haftbefehle, 186 vorläufige Festnahmen: Während die Polizei nach den Gipfelkrawallen in Hamburg am Sonntagmittag Bilanz gezogen hat, hat Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) die Einsatztaktik der Sicherheitskräfte verteidigt.

"Der Polizeieinsatz war eine große Leistung", sagte Scholz, der am Sonntag gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Polizisten, Hilfskräfte und betroffene Bürger besuchte. Er weise jede Kritik an der Polizei mit großer Entschiedenheit zurück. "Die haben alles richtig gemacht und einen heldenhaften Einsatz zustande gebracht."

Scholz dankte den Hamburger Bürgern, "die nicht weniges erdulden mussten". Angesichts angezündeter Autos, beschädigter Häuser und geplünderter Läden fügte er hinzu: "Das alles darf nicht stattfinden.
Das ist unverzeihlich und unvertretbar." Er hoffe sehr, dass einige der Täter "sehr hohe Haftstrafen" kassieren würden. "Das haben sie nämlich wirklich verdient. Es sind die Gewalttäter, die mit unvorstellbarer Brutalität vorgegangen sind. Und gegen die muss sich unser gemeinsamer Zorn richten." Gemeinsam mit dem Bund werde die Stadt Hamburg alles für eine schnelle Entschädigung der Betroffenen tun.

476 verletzte Beamte, 37 Haftbefehle, 186 vorläufige Festnahmen

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Laut der Bilanz der Polizei sind bisher sind insgesamt 37 Haftbefehle gegen Verdächtige erwirkt worden, sagte der Hamburger Einsatzleiter Hartmut Dudde am Sonntag. Es seien 186 Menschen vorläufig festgenommen und 225 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Den Angaben zufolge wurden insgesamt 476 Beamte verletzt.

In den vergangenen Tagen war es bei dem G20-Gipfel zu schweren Krawallen und gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Gewalttäter zündeten Autos an, beschädigten und plünderten Geschäfte und bewarfen Polizisten mit Böllern, Steinen und Flaschen. Die Einsatzkräfte setzten mehrfach Wasserwerfer ein.

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(felt/dpa/AFP)