Kramp-Karrenbauer setzt im Irankonflikt auf Diplomatie

Persischer Golf : Kramp-Karrenbauer setzt im Irankonflikt auf Diplomatie

Die britischen Pläne für einen europäischen Einsatz zum Schutz der Schifffahrt im Persischen Golfs stoßen im Iran auf Kritik. Das Bundesverteidigungsministerium setzt unterdessen auf Gespräche mit den Golfstaaten.

Auf die Frage, wie sich das Ministerium und Kramp-Karrenbauer zum Vorstoß Großbritanniens zu einer europäischen Schutzmission positioniere, sagte ein Sprecher unserer Redaktion: „Für uns ist wichtig, dass neben den Maßnahmen, mit denen man den Gefahren in der Straße von Hormus begegnet, vor allem die diplomatischen Aspekte Berücksichtigung finden.“

Deutschland, Frankreich und Großbritannien stimmten sich sehr eng ab. „Insbesondere wird es notwendig sein, die Golfstaaten irgendwann auch an einen Tisch zu bringen, um über Fragen maritimer Sicherheit zu reden.“ Berlin stehe „in stetigem Kontakt auf verschiedenen Ebenen“ mit den alliierten Partnern.

Unterdessen stoßen Londons Pläne im Iran auf Widerstand. Dies würde nur für Unsicherheit sorgen, sagte Vize-Präsident Eschak Dschahangiri am Dienstag der iranischen Nachrichtenagentur Irib zufolge. "Es gibt keine Notwendigkeit, eine Koalition zu schmieden, denn solche Koalitionen und die Anwesenheit von Ausländern in der Region schaffen selbst Unsicherheit." Der Iran beansprucht für sich, die Sicherheit der Schifffahrtsstraße vor seiner Küste zu gewährleisten. Die USA wollen ein internationales Bündnis schmieden, um den Seeweg zu sichern. Dagegen schlug der britische Außenminister Jeremy Hunt am Montag einen europäischen Schutzeinsatz vor, nachdem der Iran einen britischen Öltanker in der Straße von Hormus festgesetzt hatte.

Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet, ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit. Ein Fünftel der Erdöltransporte gehen durch diese Meerenge. Die Passage wolle Großbritannien zusammen mit anderen europäischen Staaten schützen, sagte Hunt. Es müsse noch diskutiert werden, wie dies entsprechende US-Pläne ergänzen würde. Hunt warf der Regierung in Teheran wegen der Festsetzung des britischen Tankers zudem staatliche Piraterie vor. Vor diesem Zwischenfall hatte die britische Marine Anfang Juli vor Gibraltar eine iranischen Öltanker aufgebracht und hält ihn seither fest. Er hat mutmaßlich eine Öllieferung für Syrien an Bord, was gegen EU-Sanktionen verstoßen würde.

(lukra/Reuters)
Mehr von RP ONLINE