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Immer mehr Väter nehmen Angebot an: Kosten für Elterngeld laufen aus dem Ruder

Immer mehr Väter nehmen Angebot an : Kosten für Elterngeld laufen aus dem Ruder

Die Zahl der Väter, die nach der Geburt eines Kindes Elternzeit nehmen, steigt kontinuierlich. Im Jahr 2010 waren es bereits 25 Prozent. Mit der steigenden Zahl der Väter in Elternzeit klettern für den Bundeshaushalt die Ausgaben.

Eine Mehrheit (76 Prozent) entscheidet sich allerdings für die Kurz-Variante von nur zwei Monaten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Je stärker die Mutter beruflich verankert ist, desto größer ist auch die Neigung der Väter, in Elternzeit zu gehen.

Im Einführungsjahr 2007 lag das Budget bei 1,7 Milliarden Euro. Für 2012 sind 4,9 Milliarden Euro vorgesehen. Die Ausgaben nehmen zu, obwohl Familienministerin Kristina Schröder (CDU) für Mütter und Väter mit einem Nettoeinkommen ab 1240 Euro monatlich die Zahlung bereits von früher 67 auf heute 65 Prozent des bisherigen Einkommens begrenzt hat. Für alle Übrigen gilt weiter eine Lohnersatzleistung von 67 Prozent. Der Höchstsatz liegt bei 1800 Euro monatlich, das Minimum bei 300 Euro.

Die Haushaltspolitiker sorgen sich, dass die gestiegene Inanspruchnahme des Elterngelds die Kosten explodieren lässt. "Das Elterngeld gehört zu den Risiken, die im Haushalt schöngerechnet werden", sagte Carsten Schneider, der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Aufgrund höherer Löhne und steigender Inanspruchnahme würden die Haushaltsansätze wie schon in der Vergangenheit von der Realität überholt werden.

Für 2013 rechnet Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit Elterngeld-Ausgaben von 4,9 Milliarden Euro. Schneider sieht das anders: "Die Gesamtausgaben werden über fünf Milliarden Euro liegen und im Vollzug durch überplanmäßige Ausgaben finanziert werden." Eine Deckelung der Ausgaben sei nicht möglich.

(mar/qua)