Kongress der Rechtspopulisten in Koblenz: Geert Wilders macht Wahlkampf für die AfD

Kongress der Rechtspopulisten in Koblenz : Geert Wilders macht Wahlkampf für die AfD

"Europa braucht Frauke statt Angela" – mit diesem Slogan hat der Rechtspopulist Geert Wilders Jubelstürme beim Kongress europäischer Rechtspopulisten in Koblenz ausgelöst. Tausende gingen gegen die Veranstaltung auf die Straße.

"Europa braucht Frauke statt Angela" — mit diesem Slogan hat der Rechtspopulist Geert Wilders Jubelstürme beim Kongress europäischer Rechtspopulisten in Koblenz ausgelöst. Tausende gingen gegen die Veranstaltung auf die Straße.

Der niederländische Rechtspopulist hat bei dem Kongress seine europäischen Mitstreiter aufgefordert, Strategien gegen eine "Massenimmigration" nach Europa zu entwickeln. Die Politiker der etablierten Parteien "befördern unsere Islamisierung", sagte der Chef der Partei für Freiheit (PVV) am Samstag. In der Folge hätten Frauen "Angst, ihr blondes Haar zu zeigen". Um sich diesem Trend entgegenzustellen, brauche Europa ein "stolzes Deutschland", sagte Wilders, der seine Rede in deutscher Sprache hielt.

Mit dem Slogan "Europa braucht Frauke statt Angela" löste Wilders vor allem bei den AfD-Teilnehmern des Kongresses Begeisterungsstürme aus. Sie skandierten den Slogan gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der von den Demonstrationen des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses bekannt ist: "Merkel muss weg, Merkel muss weg."

Zu Beginn der Veranstaltung jubelten die rund 1000 anwesenden Rechtspopulisten der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry und der Präsidentschaftskandidatin von der rechtsextremistischen französischen Partei Front National, Marine Le Pen, zu.

Le Pen stellte den Aufstieg der europäischen Rechten als Antwort der Bürger auf ein Diktat liberaler Eliten dar. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde in französischen Medien wegen der Aufnahme von Flüchtlingen als humanitäre Heldin Europas bezeichnet, aber "man fragt die Deutschen nicht, wie sie diese Einwanderungspolitik finden", sagte Le Pen in Koblenz.
Ihren Anhängern rief sie zu: "Wir erleben das Ende einer Welt und die Geburt einer neuen."

Der Kongress der Europaparlamentsfraktion "Europa der Nationen und der Freiheit" (ENF) wurde von Protesten begleitet. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte die Menschen zu Widerspruch gegen rechte Thesen auf. "Es ist Zeit, dass keiner mehr zuhause bleibt", rief Dreyer am Samstag den Demonstranten vor dem Koblenzer Hauptbahnhof zu. Die Menschen sollten aufstehen für ein freiheitliches und friedfertiges Europa und widersprechen, wenn an Stammtischen oder anderen Orten rechtspopulistisch argumentiert werde.

Die Polizei zählte bis Mittag rund 3000 Gegendemonstranten. Mit dabei war auch SPD-Chef Sigmar Gabriel, angekündigt hatten sich zudem die Grünen-Vorsitzende Simone Peter und Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn.

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(das/dpa/AFP)
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