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Wirtschaft will Genossen im Wahljahr helfen: Kommt ein neuer "Deutschlandplan" der SPD?

Wirtschaft will Genossen im Wahljahr helfen : Kommt ein neuer "Deutschlandplan" der SPD?

Unbemerkt von der Öffentlichkeit haben Manager und Führungskräfte der deutschen Wirtschaft eine Initiative zur Unterstützung der SPD im Wahljahr 2013 gestartet. Es geht um ein Strategiepapier, in dem die Wirtschaft ihre gesellschaftspolitische Rolle definiert und Vorschläge für eine ausgewogenes Verhältnis zwischen Wirtschaft und Politik macht. Vom "Deutschlandplan zwei" ist bereits die Rede. Doch die SPD-Spitze ist nur informiert, die Initiative kommt aus der Wirtschaft. Es wird diskutiert, telefoniert und an Positionen formuliert. Hinter den Kulissen zumindest. Rund 150 Führungskräfte aus der Wirtschaft starten knapp eineinhalb Jahre vor der Bundestagswahl eine Initiative zur Unterstützung der SPD. Bis zum Herbst wollen die SPD-nahen Führungskräfte Positionen zur Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft erarbeiten, und vor allem die Frage beantworten, welche Rolle Unternehmen künftig in gesellschaftspolitischen Prozessen spielen sollen.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit haben Manager und Führungskräfte der deutschen Wirtschaft eine Initiative zur Unterstützung der SPD im Wahljahr 2013 gestartet. Es geht um ein Strategiepapier, in dem die Wirtschaft ihre gesellschaftspolitische Rolle definiert und Vorschläge für eine ausgewogenes Verhältnis zwischen Wirtschaft und Politik macht. Vom "Deutschlandplan zwei" ist bereits die Rede. Doch die SPD-Spitze ist nur informiert, die Initiative kommt aus der Wirtschaft.

Es wird diskutiert, telefoniert und an Positionen formuliert. Hinter den Kulissen zumindest. Rund 150 Führungskräfte aus der Wirtschaft starten knapp eineinhalb Jahre vor der Bundestagswahl eine Initiative zur Unterstützung der SPD. Bis zum Herbst wollen die SPD-nahen Führungskräfte Positionen zur Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft erarbeiten, und vor allem die Frage beantworten, welche Rolle Unternehmen künftig in gesellschaftspolitischen Prozessen spielen sollen.

Das seit der Finanz- und Wirtschaftskrise gestörte Verhältnis zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft soll neu definiert werden, das Thema "Verantwortung der Wirtschaft" mit zukunftsfähigen, innovativen Konzepten der Wirtschaftspolitik verbunden werden. Die Initiatoren wollen ein "Manifest" erarbeiten, in dem sie eigene Ideen vorstellen, welche Verantwortung Firmen und Manager künftig in der Öffentlichkeit und im Gespräch mit Politik und Gesellschaft übernehmen sollen und welche Rahmenbedingungen die Politik für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum erfüllen muss, heißt es in SPD-Kreisen. Dabei geht es beispielsweise um Modelle für angemessene Managergehälter, Regulierungen auf den Finanzmärkten und das Zusammenspiel von Industriepolitik und ökologischer Erneuerung der Wirtschaft.

Ex-Steinmeier Berater koordiniert


Die Initiative, die aus der Wirtschaft an die SPD herangetragen wurde, wird von Markus Klimmer, dem früheren wirtschaftspolitischen Berater von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier koordiniert. Der frühere McKinsey-Berater Klimmer ist heute Managing Director des Beratungsunternehmens Accenture und war im Wahlkampf 2009 Mitautor des "Deutschlandplans", des zentralen wirtschaftspolitischen Strategiepapiers des SPD-Kanzlerkandidaten Steinmeier.

Die Initiative wird gestützt von Managern großer Unternehmen ebenso wie Führungskräften aus den mittleren Ebenen. Firmen aus dem Mittelstand, der Finanz- und Kreativwirtschaft sowie der Industrie sind in dem inoffiziellen Gremium vertreten. Nach der Sommerpause will die Initiative, die von einer Handvoll junger SPD-Unterstützer aus Berlin organisiert wird, ein Positionspapier erarbeiten und auf einem Konvent mit der SPD-Spitze vorstellen. "Es geht nicht um ein SPD-Wahlkampf- oder Parteiprogramm, sondern um Ideen aus der Wirtschaft zur Zukunft des Landes", sagt Klimmer. SPD-Chef Sigmar Gabriel und SPD-Fraktionschef Steinmeier sind über das Vorhaben informiert. Eine inhaltliche oder personelle Steuerung durch die SPD gibt es allerdings nicht.

(brö)