Kommentar zur Zwangsarbeiter-Debatte um Bahlsen

Kommentar zu Bahlsen : Das ist nicht nur Unfug - das ist geschichtsverachtend

Der Zweite Weltkrieg war eines der düstersten Kapitel der Menschheit. Millionen machten sich schuldig, wurden zu Mördern oder halfen den Schlächtern. Ohne die deutschen Unternehmen hätte das NS-Regime seine Kampfkraft nicht so lange aufrechterhalten können.

Deutsche Firmen produzierten Kleidung, Nahrung und Waffen für die Soldaten an der Front. Dabei halfen ihnen Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten. Sie waren mit die größten Leidtragenden der deutschen Rüstungsindustrie.

Verena Bahlsen, die Erbin des Keks-Unternehmens Bahlsen, scheint das anders zu sehen. Sie sagte, Zwangsarbeiter seien in ihrem Familienbetrieb genauso bezahlt worden wie Deutsche. Das Unternehmen habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Das ist nicht nur Unfug, es ist geschichtsverachtend. Zwangsarbeiter waren nahezu in allen Belangen schlechter gestellt als deutsche Arbeiter. Nun kann man der jungen Verena Bahlsen Naivität vorwerfen. Doch der Zweite Weltkrieg ist in so manchen Firmenchroniken heutzutage immer noch nicht umfassend aufgearbeitet. Das ist tragisch, denn es verhöhnt die Opfer.

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