Kommentar zur Lage der CDU: Die CDU wirkt blutleer

Kommentar zur Lage der CDU : Die CDU wirkt blutleer

Die CDU ringt um ihre Vorsitzende und kämpft mit dem geringen Rückhalt bei den Wählern. Kramp-Karrenbauers Freunde und Gegner formieren sich, auf der Strecke bleibt das Profil der Partei. Wozu braucht es die CDU jetzt?

Annegret Kramp-Karrenbauer ist derzeit nicht zu beneiden. Hinter ihr lauern die erst vor wenigen Monaten unterlegenen CDU-Herausforderer Jens Spahn und Friedrich Merz auf eine neue Chance und benoten das Wirken der Parteivorsitzenden öffentlich gönnerhaft (“viel richtig gemacht“). Hinter den Kulissen sammeln sie Truppen für eine mögliche Kandidatur um den Spitzenposten, die Kanzlerkandidatur. Erstaunlich häufig hört man nun im Merz-Flügel, dass Angela Merkel die Nominierung des CSU-Politikers Edmund Stoiber zum Kanzlerkandidaten 2002 doch gut getan und am Ende ihr selbst den Führungsanspruch gesichert habe. Im Klartext: Die Dame soll dem Herrn mal den Vortritt lassen, am besten gleich bei einem Frühstück im Sauerland dem Wirtschaftsexperten die Kandidatur auf dem Silbertablett überreichen. Es ist eine latent chauvinistische Argumentation. Die kann es nicht.

Doch Kramp-Karrenbauer ist zäher und ehrgeiziger, als es ihren Gegnern lieb sein dürfte. Ihre Pannen der vergangenen Woche räumt sie ein, ihre Popularitätswerte gehen auch an ihr nicht spurlos vorüber. Doch aufgeben wird sie nicht.

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