Kommentar zu Kinder-Verhalten: Das Internet ist nicht das Problem

Kommentar zu Kinder-Studie : Das Internet ist nicht das Problem

Kinder und Jugendliche scheitern online häufig am richtigen Umgang mit Gefahren. Warum hier Eltern und Lehrer gefordert sind.

Ab einem gewissen Alter sind heute beinahe alle Kinder und Jugendlichen online. Und das, so scheint es, pausenlos. Sie chatten, laden Bilder hoch, schauen Videos. All das ist selbstverständlich geworden. Ohne Smartphone aus dem Haus gehen? Unmöglich.

Ja, die Gesprächskultur hat darunter gelitten, dass alle immer auf ihr Handy schauen. Ja, im Internet lauern Gefahren. Das zeigt auch die neue Studie zu den Online-Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen. Wenn 30 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland im vergangenen Jahr online gegen ihren Willen nach sexuellen Dingen befragt wurden, ist es wichtig, dass sie hiermit richtig umzugehen lernen. Und hierzu passt nicht, dass einige von ihnen selbst derartige Nachrichten oder gar Bilder ins Internet stellen. Ohne zu bedenken, wie leicht so etwas in falsche Hände geraten kann.

Doch darf das nicht dazu führen, dass Eltern das Internet per se als Gefahrenraum abstempeln. Denn vor allem bietet es Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten, von denen frühere Generationen nur träumen konnten. Sie informieren sich über Themen, die sie wirklich interessieren. Sie vernetzen sich. Und sie stärken sich gegenseitig. Das dürfte in Zeiten von „Fridays for Future“ jedem klar sein. Wann hatten 16-Jährige jemals eine solche Macht?

Damit diese positiven Seiten überwiegen, müssen Eltern, aber auch Lehrer, zunächst ihre eigene Medienkompetenz erweitern. Wenn sie nicht verstehen, in welcher Welt sich ihre Kinder und Schüler bewegen, können sie ihnen auch nicht auf Augenhöhe begegnen. Und mit ihrer Lebenserfahrung da helfen, wo es brenzlig wird. Denn das Internet ist nicht das Problem. Sondern die Menschen, die dort die Naivität mancher Jugendlicher ausnutzen.

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