Kolumne "Mit Verlaub!": Warum linke Politik schlecht für die Wirtschaft ist

Kolumne „Mit Verlaub!“ : Bürger, hört die Signale!

Die Konjunktur mag schwächeln, linke politische Ideen jedoch haben Auftrieb.

Abschied von der Mitte“ überschrieb Anfang des Monats die „Welt am Sonntag“ einen Artikel und kritisierte das „Vordringen linker Ideen“ in Ländern und auf Bundesebene. Wir kennen alle die dazu passenden Stichwörter: Enteignung, Vermögenssteuer, keine Soli-Abschaffung für alle. Man kennt den Einwand der Enteignungs-Apostel: Das Grundgesetz sehe doch in bestimmten Konstellationen die Überführung von Privat- in Gemeinschaftseigentum vor. Stimmt, aber anders als bei Roten und roten Grünen liegen Enteignungs-Varianten im Verfassungshaus nicht auf dem Präsentierteller mit den Leckereien, vielmehr still und kaum je genutzt in der untersten Schublade.

Die Ideen weit jenseits der linken Mitte sind zwar mit den Gedanken, Worten und Werken von Repräsentanten der aus der diktatorischen SED hervorgegangenen Linkspartei kompatibel, aber doch nicht mit der soliden bürgerlich-freiheitlichen Politik, die den Aufstieg der Bundesrepublik zu einem ökonomisch starken und geachteten Land möglich gemacht hat. Die Alten kannten noch den Satz, dass der Esel aufs Eis gehe, wenn es ihm zu wohl sei. Die heutige Wohlstands-Verwirrung samt geistiger Ostverschiebung der Berliner Republik führen dazu, dass rot-rot-grüne Regierungen nicht nur in kleinen Bundesländern zum angeblich guten demokratischen Ton gehören. Wenn die schlafmützigen Spitzenleute von CDU und FDP und die Bürgerlichen bei SPD und Grünen nicht aufpassen, könnte das wirtschaftliche Rückschritts-Projekt Rot-Rot-Grün auch nach der Bundestagswahl in zwei Jahren Realität werden.

„Na und, was interessiert mich Politik“, werden manche satt und gelangweilt sagen, ihren Latte Macchiato schlürfen und beim Prosecco in Urlaubsprospekten blättern. Wie wär’s mit: Bürger, hört die Signale!

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