Kolumne Mit Verlaub: Der Fall Sami A. und Deutschland

Kolumne Mit Verlaub! : Außerirdisches aus Deutschland

Absurdität des Hitzesommers: Man bezweifelt unsere Rechtstaatlichkeit.

Vor wenigen Tagen las ich in einer überregionalen Zeitung auf der Titelseite: „Fall Sami A. wird zum Streit über Deutschland als Rechtsstaat.“ Kurz darauf dann diese Gaga-Lektüre: Ein Abgeordneter der Grünen hatte von der Bundesregierung wissen wollen, ob und wie sie für den Fall eines Kontakts mit Außerirdischen Vorkehrungen getroffen habe. Die Antwort lautete: Nein. Man halte einen Erstkontakt auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand für äußerst unwahrscheinlich. Verehrte Leserinnen und Leser, wenn Sie jetzt nicht wissen, ob Sie lachen oder weinen sollen...

Die Galaktischen jedenfalls, wären sie menschenähnlich, bei Verstand und würden sie bei uns vorbeischauen, müssten sich fragen: Sind die noch bei Trost auf dem irdischen Fleckchen, das Deutschland heißt? Eine Mehrheit der hier Lebenden mag sich das angesichts der Tragikomödie um den extrem unwillkommenen Tunesier Sami A. ebenso fragen.

Wir, die wir einen Rechtsstaat hegen und pflegen, wie er ausgefeilter kaum sein könnte, haben es innerhalb weniger Tage geschafft, uns Zweifel an eben dieser Rechtsstaatlichkeit aufdrängen zu lassen. Wir, die wir im Unterschied zu anderen Rechtsstaaten leider ein Asylrecht in Ehren halten, das selbst jedem einreisenden Trickser mit Advokaten-Hilfe mehrjährigen Aufenthalt im Land sichert, zanken tagelang über die trickreich vollzogene Abschiebung eines gefährlichen Gastes, so, als wandle Deutschland wie Erdogan auf rechtstaatlichen Abwegen.

Zu den Absurditäten des deutschen Hitzesommers passt der neueste Alarmismus, es habe schon mindestens fünf (!) unrechtmäßige Abschiebungen gegeben. Eher beschädigt doch den Rechtsstaat, dass Hunderttausende unrechtmäßig Zugereiste nicht abgeschoben werden (können).

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