Hier in NRW: Wiederkehr der Halbtagsschulen

Hier in NRW : Wiederkehr der Halbtagsschulen

Es ist ein Fortschritt, auf den Eltern lange gewartet haben: der Rechtsanspruch auf Übermittagsbetreuung in der Schule. Wenn die Koalitionsgespräche in Berlin erfolgreich sind, können Eltern einen entsprechenden Platz künftig einklagen.

Wie es seit einigen Jahren auch schon bei Kita-Plätzen für Über-Dreijährige der Fall ist. Viel zu oft kommt es vor, dass zumeist Mütter ihren Job kündigen müssen, weil die Grundschulen vor Ort keine ausreichenden Betreuungsplätze eingerichtet haben. Viele trifft das dann überraschend - nach erfolgreich organisierter Kita-Zeit wähnten sie sich schon auf der sicheren Seite.

Doch nun droht in NRW eine neue Hürde. Denn die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit bringt die Wiederkehr der Halbtagsgymnasien. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) legt Wert darauf, dass das neue G9 mit 180 Wochenstunden im Halbtagsbetrieb zu schaffen ist. Die Schulen können noch weitere acht Stunden anbieten, verbindlich ist das aber nicht.

Nun ist es zwar so, dass auch heute nicht alle Gymnasien eine Übermittagsbetreuung anbieten. Der Trend geht aber zunehmend dahin, das Angebot auszuweiten. Viele Schulen entwickelten ein attraktives Nachmittagsprogramm mit Lernzeiten, Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften. Eine Mensa gehört vielerorts dazu.

Dabei sollte es auch bleiben. Es wirkt wie aus der Zeit gefallen, wenn ein Gymnasium seine Pforten künftig auf einmal wieder um 13.30 Uhr schließt. Dass all diese Kinder zuhause ein warmes Mittagessen erwartet und sie völlig selbstständig diversen Hobbys nachgehen können, ist utopisch.

Die NRW-Landesregierung sollte daher alles tun, um die funktionierenden Übermittagsbetreuungen zu erhalten und Anreize zu setzen, damit neue entstehen. Mit einem Angebot für die Schüler auf freiwilliger Basis.

Ihre Meinung? Schreiben Sie unserer Autorin: kolumne@rheinische-post.de

(kib)
Mehr von RP ONLINE