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Kolumne: Hier In Nrw: Von Aschermittwoch und Ampelfrauen

Kolumne: Hier In Nrw : Von Aschermittwoch und Ampelfrauen

SPD und Grüne in Dortmund wollen rote und grüne Ampelfrauen statt Ampelmännchen. Das Vorhaben geriet vor Karneval ins Stocken. Vielleicht kommt jetzt neuer Schwung in das Projekt.

Heute gehen sie wieder aufeinander los, unsere Politiker. Beim politischen Aschermittwoch wird mit der gegnerischen Partei schonungslos abgerechnet. Das gilt im Bund wie im Land. Die nordrhein-westfälische SPD versammelt ihre Anhänger traditionell in Schwerte, während die Union im sauerländischen Kirchveischede mobilmacht.

Der Aschermittwoch mit dem Beginn der Fastenzeit könnte aber auch Anlass sein, sich der für das neue Jahr gefassten guten Vorsätze zu erinnern: weniger oder gar kein Alkohol? Endlich abnehmen oder Schluss mit dem Rauchen? Was immer es sein mag - wir wünschen gutes Gelingen.

Spätestens ab morgen holt uns der normale Alltag mit seinen Versuchungen ohnehin wieder ein, und die Politik schaltet nach dem Karnevalstrubel wieder auf Normalmodus um. Vielleicht kommt dann auch wieder Bewegung in ein Dortmunder Vorhaben, das vor Karneval ins Stocken geraten ist.

Es handelt sich zwar nicht gerade um ein Leuchtturmprojekt, aber mit Licht hat es durchaus zu tun: Die Ampelmännchen in der Stadt sollen - Achtung: Quote - zu 50 Prozent durch Ampel-Fräuleins ersetzt werden. So jedenfalls hatten es SPD und Grüne in der Dortmunder Bezirksvertretung Innenstadt-West beschlossen. Begründung: "Durch die Gleichstellung von Mann und Frau ist die teilweise Umrüstung folgerichtig." Allerdings soll der Wechsel der Glasscheiben kostenneutral erfolgen und nur im Rahmen einer nötigen Reparatur und bei Neuanlagen vorgenommen werden.

Man sieht: ein durchgeplantes Vorhaben, das auch praktisch begründet wird. Eine Ampelfrau diene auch der Sicherheit, heißt es. Wie das? Ganz einfach: Das geplante Design mit Haarzopf und ausladendem Rock biete mehr Leuchtfläche als das schmale Männchen und erhöhe somit die Sicherheit der Fußgänger.

Trotz dieser einleuchtenden Argumentation (Achtung: Ironie) schaltete die Stadtverwaltung auf Rot. Eine Bezirksvertretung sei gar nicht befugt, Dinge zu regeln, die das gesamte Stadtgebiet betreffen. Für die Ampelanlagen sei der Stadtrat zuständig, heißt es. Basta.

Man ahnt, dass die Verehrer der Ampelfrauen jetzt den Rat einschalten werden. Ob sie damit dem Willen der Bürger entsprechen, muss jedoch bezweifelt werden. "Habt ihr keine anderen Sorgen?", fragen empörte Dortmunder. Immerhin liegt die Arbeitslosenquote bei rund zwölf Prozent.

Übrigens kam die erste Ampelfrau 2004 nach Zwickau. Inzwischen zeigt sie sich auch an einigen Anlagen in Köln-Ehrenfeld. In Dortmund heißt es einstweilen: Warten.

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(RP)