Kolumne: Hier in NRW: Medienbildung als Schulfach

Kolumne: Hier in NRW: Medienbildung als Schulfach

Chancen und Risiken der Digitalisierung sollten jedem Schüler vermittelt werden.

Jugendliche in Deutschland surfen pro Tag durchschnittlich 274 Minuten im Internet. Das ist fast doppelt so viel wie die Gesamtbevölkerung. Etwa jeder Fünfte zwischen 14 und 29 Jahren nutzt einer aktuellen Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen ausschließlich das Internet, um sich zu informieren.

53 Prozent wiederum ziehen vor allem Youtube zu Rate, wenn sie wissen wollen, was in der Welt los ist. Also jenen Video-Kanal, auf dem sich auch immer mehr Influencer tummeln. Das sind zumeist junge Leute, die sich im Netz eine Fangemeinde geschaffen haben, die nicht selten in die Millionen geht. Für die Werbeindustrie sind sie hochinteressant. Influencer nutzen ihren Einfluss, um für Produkte zu werben. Und dabei wird nicht immer das Wort "Dauerwerbesendung" eingeblendet.

Oft können selbst Profis im Internet nicht leicht durchschauen, welche Interessen hinter einem Video, Blog oder einer seriös wirkenden Information stecken. Oder welche Daten sie mit welchem Klick preisgeben. Dass diese Unwissenheit demokratiegefährdend sein kann, hat die Landesregierung erkannt.

  • Mettmann : Digitalisierung wird zum Schulfach

Dennoch schreckt Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bisher davor zurück, Medienbildung zu einem Pflichtfach in den Schulen zu machen. Immerhin soll nach Informationen unserer Redaktion bis 2021 jede Schule ein Medienkonzept erarbeiten. Einen entsprechenden Erlass bereitet die Ministerin gerade vor. Grundlage dafür soll verbindlich der "Medienkompetenzrahmen" sein. Das ist eine Art Leitschnur für Lehrer, um Kindern Kompetenzen im Umgang mit Medien beizubringen.

Doch das wird auf Dauer nicht reichen. Ein eigenes Schulfach Medienbildung gehört zu einer digitalen Gesellschaft dazu. Wer Programmieren lernen soll, muss auch ein kritisches Bewusstsein für die Folgen seines Tuns entwickeln.

Ihre Meinung? Schreiben Sie unserer Autorin: kolumne@rheinische-post.de

(kib)