Hier In Nrw: Der Orkan und das Düsseldorfer Sturmtief

Hier In Nrw : Der Orkan und das Düsseldorfer Sturmtief

Merkwürdig zurückhaltend reagierte die rot-grüne Landesregierung tagelang auf die Schäden, die Orkan "Ela" angerichtet hat. Ein politischer Sturm hat derweil den Düsseldorfer CDU-Oberbürgermeister aus dem Amt gefegt.

Zwei Stürme sind in den letzten Tagen über Teile Nordrhein-Westfalens hinweggefegt. In Düsseldorf und im Ruhrgebiet hinterließ der Orkan "Ela" am Pfingstmontag eine Schneise der Verwüstung. Sechs Menschen starben. Zehntausende Bäume wurden beschädigt; der Bahnverkehr war lahmgelegt. Wer mit dem Auto unterwegs war, hatte schlechte Karten. Nichts ging mehr.

Um so verwunderlicher, dass die Landesregierung trotz des Desasters zunächst kaum Präsenz zeigte. Von beherztem Krisenmanagement war nichts zu bemerken. Zu Recht zeigte sich die CDU-Opposition über diese sonderbare Zurückhaltung empört und forderte Rot-Grün auf, endlich einen Plan zur Schadensregulierung vorzulegen. Gestern endlich hat das rot-grüne Landeskabinett reagiert und Maßnahmen beschlossen.

Der zweite Sturm war politischer Art und traf vor allem die Landeshauptstadt. Dort wurde Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) am Sonntag durch den Stichentscheid der Bürger aus dem Amt gefegt. Düsseldorf wird künftig mit Thomas Geisel einen SPD-Oberbürgermeister haben. Was zeigt, dass vermeintlich sichere Bastionen einem kräftigen Sturm doch nicht immer standhalten können.

Elbers war sich seiner Sache so sicher, dass er offenbar jede Hilfe von außen ausschlug. In der CDU ist das Mitleid mit ihm daher äußerst begrenzt. Der Vorsitzende der Ruhr-CDU, Oliver Wittke, brachte die Niederlage von Elbers auf die Kurzformel: "Selbst inschuld."

Wie sich der Machtwechsel in Düsseldorf auf das Verhältnis von Land und Landeshauptstadt auswirken wird, bleibt abzuwarten. Vermutlich wird es deutlich entspannter sein als bisher. NRW- Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die auch SPD-Landeschefin ist, hat Geisel im Wahlkampf tatkräftig unterstützt. Geisel wird das zu schätzen wissen und sich - anders als Elbers - nicht an die Spitze der Zahler-Städte setzen, die wegen des Kommunal-Soli eine Klage gegen die rot-grüne Landesregierung anstreben.

Neue Dynamik könnte es auch bei der Komplettierung des Regierungsviertels in Düsseldorf geben. Zwar hat die Landesregierung erst kürzlich Grobplanungen vorgestellt, doch noch immer ist unklar, was mit dem Innenministerium geschehen soll. Das Gebäude gilt als asbestbelastet und müsste entweder abgerissen oder aufwendig saniert werden. Mit der Stadt konnte bislang keine Verständigung über die künftige Nutzung dieses städtebaulichen "Filetstücks" erzielt werden. Mag sein, dass sich demnächst auch daran etwas ändert.

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(RP)