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Kolumne: Hier In Nrw: Brauchen wir noch Zoos?

Kolumne: Hier In Nrw : Brauchen wir noch Zoos?

Die 200 Zoos sowie Tier- und Wildparks in Deutschland erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Das gilt auch für die zwölf großen Zoos in Nordrhein-Westfalen. Krefeld hatte 2014 mehr als eine halbe Million Besucher und liegt fast gleichauf mit Wuppertal. Die "Erlebniswelt" in Gelsenkirchen nähert sich der Millionenmarke, die vom Kölner Zoo mit 1,7 Millionen Besuchern bereits weit übertroffen wird.

Wer heimische und exotische Tiere ganz aus der Nähe betrachten will, hat an Rhein und Ruhr eine reiche Auswahl - vom Streichelzoo für die Kleinen (wie etwa in Neuss) bis hin zum Duisburger Delfinarium. Die langen Reihen vor den Zoo-Kassen zeigen, dass Tiere eine große Faszination auf Jung und Alt ausüben. Damit erübrigt sich eigentlich die Frage, ob zoologische Gärten noch zeitgemäß sind und ob wir diese künstlichen Tierwelten überhaupt noch brauchen. Man könnte auch fragen: Sind Zoos ethisch vertretbar? Die Zoo-Gegner wenden ein, dass es kein Problem sei, sich im Internet mit sämtlichen Tierarten vertraut zu machen. Deswegen müsse keine Kreatur mehr in Gefangenschaft gehalten werden.

Solche und ähnliche Kritik werde oft von Leuten geäußert, die lange Zeit nicht mehr im Zoo gewesen seien und nicht wüssten, dass die Gehege "möglichst naturnah" gestaltet werden, kontert der Verband der zoologischen Gärten.

Kritik entzündet sich immer wieder an der Haltung von Delfinen. Tiere, die sich mit Wonne im Meer tummeln, dürfe man nicht in Wasserbecken sperren, lautet der Haupteinwand. Auch der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel, der den Grünen angehört, sieht die Delfin-Haltung überaus kritisch. Aber ihm geht es nicht darum, die Zoos abzuschaffen. Und das ist auch vernünftig. Schließlich will jeder mal die "Big Five" - Büffel, Elefant, Nashorn, Löwe und Leopard - live erleben, will sehen, wie sich eine Giraffe so verhält. Man sollte bedenken, dass die meisten Tiere im Zoo geboren wurden und nicht aus freier Wildbahn stammen. Zudem sind die Zoos Schutzstätten für Tierarten, die "draußen" vom Aussterben bedroht sind.

Für Kinder ist die Begegnung mit Tieren jedenfalls ein hochemotionales, prägendes Erlebnis, das kein Tablet-PC ersetzen kann. Eltern und Großeltern aber wissen: Irgendwann nach einem längeren Rundgang brauchen die Kids eine Verschnaufpause. Wie gut, wenn dann ein Spielplatz in der Nähe ist - und eine Eisbude. Wie ist es - sehen wir uns am Wochenende im Zoo?

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(RP)