Kolumne: Gott Und Die Welt: Bessere Chancen für alle Kinder

Kolumne: Gott Und Die Welt: Bessere Chancen für alle Kinder

Nicht jedes Neugeborene hat gleich gute Startbedingungen - vor 2000 Jahren nicht und heute auch nicht. Die Kirche versucht zu helfen, das Leben lebenswert zu gestalten.

Einer schreit immer", "Stadt-Land-Mama", "Papa Online", " Hauptstadtmutti", "Frau Mutter"- so lauten die Namen von Blogs und Ratgeberseiten im Internet. Sie richten sich an Mütter und Väter in einer Lebensphase, in der das Verlangen nach Antworten, nach Beratung, Hilfe, Austausch und Ablenkung groß ist. Mütter schreiben für werdende Mütter, erfahrene Väter für frischgebackene Väter. Das Interesse ist riesig.

Und es zeigt: Wo immer es sich um ein Kind und seine Zukunft dreht, seine schönen und manchmal anstrengenden Folgen, da schlägt das Leben seine ersten Purzelbäume. Da ist guter Rat Gold wert.

Weihnachten führt uns vor Augen: Nicht jedes Kind hat gleich gute Startbedingungen. Jesus kam in einem kalten Stall zur Welt, unter erbärmlichen Bedingungen. Er wurde in eine Futterkrippe mit Heu gelegt. In Westeuropa heute undenkbar, anders als in vielen Krisenregionen der Welt. Maria und Josef hätten sich damals sicher auch Hilfe gewünscht. Und vielleicht ein warmes Bett, ein schützendes Zimmer.

Heute gibt es zahlreiche Hilfsangebote in unserem reichen Land. Für die Kirche gehört das Engagement für das Leben zu unseren wichtigsten Anliegen aus der tiefen Überzeugung heraus, dass Gott ein Freund des Lebens ist, des ganzen Lebens wohlgemerkt - vom Beginn bei der Zeugung bis zum Tod.

  • Mönchengladbach : Ein Spezialist für Neugeborene

Die Internetseite des Kölner Erzbistums, die in diesen Tagen startet, heißt daher: www.ganzesleben.de. Wir machen deutlich, dass wir zu jedem Zeitpunkt des Lebens da sind, wenn Menschen Fragen haben, unsicher sind, in Not geraten. Etwa in den 36 Esperanza-Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas. Ob es um eine ungewollte Schwangerschaft geht, um Konflikte mit dem Partner, um gesundheitliche Probleme nach der Geburt oder um Geld für Strampler und Bettchen - Beraterinnen und Berater sind zur Stelle.

Die Botschaft von Weihnachten strahlt aus auf das ganze Jahr: Wir wollen uns einsetzen für eine umfassende Begleitung des Lebens, wir wollen es schützen und behüten. Wenn wir als Kirche dabei helfen können, das Leben lebenswert und erfüllend zu gestalten, dann wird deutlich, was wir meinen, wenn wir sagen, dass jeder Mensch eine unveräußerliche Würde hat. Herzlich bitte ich Sie - nicht nur zur Weihnachtszeit: Wenn Sie Hilfe brauchen oder jemanden kennen, der Hilfe benötigt, kommen Sie auf die Kirche, kommen Sie auf die Beratungsangebote der Kirche und ihrer Caritas zu. Wir sind für Sie da.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki schreibt hier an jedem dritten Samstag im Monat. Ihre Meinung? Schreiben Sie unserem Autor: kolumne@rheinische-post.de

(RP)