Frauensache: Warum es Frauen in der Bundeswehr schwer haben

Frauensache : Warum es Frauen in der Bundeswehr schwer haben

Die Akzeptanz von Frauen in der Truppe verschlechtert sich bei den männlichen Kollegen zunehmend. Und auch um das Ansehen liebestoller Präsidenten in Frankreich ist es nicht gut bestellt.

Was haben der Feminismus nach Alice Schwarzer und die Bundeswehr gemeinsam? Mal abgesehen davon, dass bei beiden kaum noch jemand mitmachen will, haben sowohl Schwarzer als auch die Truppe ein akutes Problem mit ihrem Frauenbild. Offenbar halten sie es mit William Shakespeare, der einst schrieb: "Schwachheit, dein Name ist Weib".

Bei der Bundeswehr glaubt die Mehrheit der männlichen Soldaten, die deutsche Armee habe wegen der Frauen in ihren Reihen an Kampfkraft verloren. Das jedenfalls hat eine Studie ergeben. Die Zahl der Soldaten, die Soldatinnen als ungeeignet für körperlich fordernde Funktionen empfindet, ist demnach ebenso gestiegen, wie die Zahl derer, die ihnen das harte Leben im Feld nicht zutraut.

Als 2001 die ersten Frauen ihren Dienst an der Waffe antraten, brauchte es Integrationsseminare und einen Sex-Erlass. Mann und Frau, die in der zivilen Welt ein selbstverständliches Miteinander haben, verfallen beim Bund in alte Geschlechterklischees. Das führt zu einem ziemlich verklemmten Umgang miteinander. Selbst die banale Frage eines Reporters, warum Frauen und Männer getrennt voneinander eingekleidet werden, bringt so manchen tapferen Soldaten in kleinmädchenhafte Verlegenheit: "Weil die sich drinnen ausziehen müssen, das heißt sie müssen Hosen anprobieren, weil ja Frauen und Männer bei der Bundeswehr sich nicht gegenseitig ausziehen dürfen wegen der – Sie wissen schon was ich meine – (...) wegen der Sexualität und diese Geschichten", stammelte ein junger Unteroffizier ins Mikrofon.

Diese Geschichten – also Sexuelles und so – beschäftigen derzeit auch Frankreich. Präsident François Hollande hat sich angeblich in eine Schauspielerin verguckt und sich deshalb nun von seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler getrennt. Den Fall Hollande kommentiert auch Alice Schwarzer – für sie eine willkommene Gelegenheit, um mal wieder auf der Opferrolle der Frau herumzureiten. Schwarzer, die die Ehe bisher als männliches Machtinstrument abgelehnt hat, macht Hollande nun zum Vorwurf, dass er seine Partnerinnen nie geheiratet hat: "Er beendet eine Beziehung bar jeglicher verbrieften Verbindlichkeit und sie fällt ins Nichts", schreibt sie auf ihrer Website. Die Gattinnen anderer liebestoller Präsidenten wie Jacques Chirac und François Mitterand seien durch die Ehe "zumindest weiterhin die sozialen und legitimen Frauen an der Seite ihrer Männer gewesen", findet Schwarzer.

Dass das Liebesleben der Grande Nation die Grande Dame des deutschen Feminismus so durcheinanderbringen kann – oh, là, là!

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(RP)
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