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Um den Bundestag wird abgeriegelt, es geht aber immer noch entspannt zu.

Berliner Republik : Sicherheit im Regierungsviertel

Um den Bundestag wird abgeriegelt, es geht aber immer noch entspannt zu.

Wie autoritär in einem Land die politische Führung aufgestellt ist, lässt sich ganz gut an der Art der Sicherheitsmaßnahmen ablesen, wenn Staats- und Regierungschefs aus anderen Ländern zu Besuch kommen. Je autoritärer ein Land geführt wird, desto leerer sind die Straßen, wenn der Staatsbesuch vom Flughafen zu den Regierungsgebäuden braust. In Berlin sperrt die Polizei in der Regel nur einzelne Straßenabschnitte für wenige Minuten. Über Funk hören die Beamten punktgenau, wann sie die Sperren kurz über den Asphalt schieben müssen. Ihre Ansprache an Fahrradfahrer und Fußgänger ist in der Regel entspannt.

Im Vergleich zu vielen anderen Hauptstädten liegen Parlament und Kanzleramt bislang relativ offen in der Landschaft. Mittlerweile wird aber nachgerüstet. Auf der Westseite des Bundestags, von der bislang jeder Besucher bis kurz vor den Eingang des Reichstagsgebäudes spazieren konnte, entsteht nun ein 2,50 Meter tiefer und zehn Meter breiter Graben, um den Bundestag besser zu schützen. Die Idee hinter dem Graben: Touristen und Berliner sollen ihre Aussicht auf das Reichstagsgebäude nicht verlieren, es soll aber besser geschützt sein.

Auch der Zutritt zum Reichstagsgebäude wird sich ändern. Es soll ein Besucherzentrum am südlichen Eingang entstehen, von wo aus die Gäste durch einen Tunnel in den Bundestag gelangen werden. Für Lobbyisten und Journalisten sind die Regeln schon seit gut einem Jahr strenger. Trotz Dauerakkreditierung müssen bei jedem Betreten des Bundestags und seiner Liegenschaften die Taschen durchleuchtet werden. Das war viele Jahre anders. Immerhin: Durch die Kellergänge des Bundestags kann man immer noch zwischen dem Reichstagsgebäude und den vielen Abgeordnetenhäusern wechseln.

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