Advent: Die Zeit der Erwartungen

Kolumne: Gott und die Welt : Die Zeit der Erwartungen

Advent heißt für viele: Vorfreude. Trotzdem sollten wir offen bleiben für Überraschungen.

Dass jetzt der Advent beginnt, muss man niemandem sagen. Seit Tagen sind die Innenstädte schon mächtig feiertagsbeleuchtet, wird an den Holzbuden der Weihnachtsmärkte herumgewerkelt. Die Stimmung hat sich gewandelt, sie wird genährt von Erwartungen – von unterschiedlichen und nicht nur christlichen. Die Erwartung auf die Ankunft von Gottes Sohn (die mit dem Advent eine Art Prolog feiert) spielt eine kleinere Rolle.

Es gibt die Erwartung auf Geschenke, die Erwartung eines ordentlichen Geschäfts, die Erwartung von etwas mehr Ruhe und Gemütlichkeit, die Erwartung des Besuchs von Freunden und Verwandten, für die das Jahr über wenig Zeit war. Alle schauen nach vorn, alle haben eine Vorstellung von dem, was passieren könnte. Die Zeit ist voller Hoffnungen.

Und wir merken alle, wie gut das tut und wie anregend das sein kann. Vorfreude ist die schönste Freude, macht uns ein altes Sprichwort glauben. Doch ein wenig schaut zwischen den Worten auch die Ernüchterung hervor mit der Warnung vor einer möglichen Enttäuschung. Wenn es also doch nicht so wird, wie wir es gehofft und uns ausgemalt hatten.

Und dass die Wirklichkeit mit unseren Wünschen nicht komplett übereinstimmt, ist wahrscheinlich. Unser Blick in die Zukunft ist immer eine Projektion unserer eigenen Vorstellungen. Die Welt aber schert sich darum nicht. Das muss nicht tragisch sein, wenn man es schafft, offen zu bleiben auch für Überraschungen, und nicht gleich alles verteufelt, was nicht unserer Erwartung entspricht.

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Zudem bleiben immer noch ein paar gute Gewissheiten, wenn sich das Geschäft nicht so ganz erfüllt, die Freunde doch weniger Zeit haben als erhofft und die Geschenke andere sind als gewünscht: Das ist dann immer noch Weihnachten mit der Geburt Jesu.

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