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Nach langer Krankheit: Kohl will wieder öffentlich auftreten

Nach langer Krankheit : Kohl will wieder öffentlich auftreten

Berlin (RPO). Vor mehr als einem Jahr zog sich Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) eine schwere Kopfverletzung als Folge eines Sturzes zu. Nun soll er erstmals wieder in der Öffentlichkeit auftreten. Kohls Büro bestätigte einen Bericht der Zeitung "Die Welt", wonach Kohl am 8. Mai in Stuttgart an einer Veranstaltung der Hanns-Martin-Schleyer-Stiftung teilnehmen wird.

Die Stiftung zeichnet Kohl mit dem Hanns-Martin-Schleyer-Preis "für hervorragende Verdienste um die Festigung und Förderung der Grundlagen eines freiheitlichen Gemeinwesens" aus. Benannt ist der Preis nach dem 1977 von der RAF ermordeten Arbeitgeber-Präsidenten. Der Alt-Kanzler will nach Angaben seines Büros dabei auch selber reden, wobei die Länge der Ausführungen noch unklar sei. "Ich habe damals einen Freund verloren", hat Kohl der "Welt" zufolge seine Ausführungen überschrieben.

Kohl wird am Freitag 79 Jahre alt. Er war nach einem Sturz im Februar 2008 in seinem Wohnhaus in Ludwigshafen in die Universitätsklinik Heidelberg gebracht worden. Dort musste er wegen eines Schädel-Hirn-Traumas sofort operiert werden. Während des folgenden Reha-Aufenthalts hatte Kohl im Mai 2008 in der Kapelle der Klinik seine Lebensgefährtin Maike Richter im engsten Freundeskreis geheiratet. Im Juli konnte Kohl die Reha-Klinik verlassen.

Insbesondere seit dem Herbst habe sich Kohl Zug um Zug erholt, erfuhrt die "Welt" aus seiner Umgebung. Kohl werde in Stuttgart bei seinem Auftritt aber "sicher im Rollstuhl sitzen". Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt habe Kohl in den vergangenen Monaten zahlreiche Politiker empfangen. Dazu gehören Verteidigungsminister Franz Josef Jung, die Ministerpräsidenten Roland Koch und Jürgen Rüttgers, der frühere Ministerpräsident Bernhard Vogel sowie der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder (alle CDU). Im Dezember 2008 besuchte der damalige Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) Kohl. Auch der einstige FDP-Außenminister Klaus Kinkel gehörte zu den Gästen des Alt-Kanzlers.

(DDP)