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Nach angekündigten Rückzug: Kölner OB Schramma attackiert die NRW-CDU

Nach angekündigten Rückzug : Kölner OB Schramma attackiert die NRW-CDU

Köln (RPO). Nachdem Fritz Schramma (CDU) angekündigt hatte, nicht mehr kandidieren zu wollen, teilt der Kölner Oberbürgermeister noch einmal richtig aus. Er hat seine Partei scharf kritisiert.

"Von der Landes-CDU hätte ich mir mehr Unterstützung und Offenheit erwartet", sagte Schramma der "Kölnischen Rundschau" (Dienstagausgabe). Herb enttäuscht sei er auch von CDU-Landeschef und Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Er habe am vergangenen Wochenende vergeblich versucht, mit ihm zu sprechen. "Er ist nicht ans Telefon gegangen. Ich habe es von Samstagmittag bis nachts um 1 Uhr versucht und auch am Sonntagmorgen noch einmal."

In dem Interview attackierte Schramma auch seinen Parteifreund Konrad Adenauer, der sich am Samstag als Kandidat ins Gespräch gebracht hatte und am Sonntag wieder davon abrückte: "Das entspricht nicht der Würde des Amtes eines Kölner Oberbürgermeisters." Der Enkel des ersten deutschen Bundeskanzlers habe "sich und mir keinen Gefallen getan". Er habe sich angebiedert und dann bei der ersten konkreten Nachfrage Nein gesagt - "da würde sich sein Großvater im Grabe umdrehen".

Schramma lehnte in dem Interview erneut einen vorzeitigen Rücktritt ab. Er will bis zum Ende der Wahlperiode Oberbürgermeister bleiben. Der FDP-Oberbürgermeisterkandidat Ralph Sterck sagte der Zeitung, auch nach Schrammas Verzicht werde es keinen gemeinsamen bürgerlichen Kandidaten geben: "Der Zug ist leider abgefahren."

Inzwischen gilt der Zeitung zufolge der Kölner Parteichef und Landtagsabgeordnete Jürgen Hollstein als aussichtsreicher Kandidat der CDU für das Amt des Kölner OB.

(DDP)