Bericht der Bundesregierung Folgen des Klimawandels treffen Deutschland härter

Berlin · Deutschland erwärmt sich schneller und verliert mehr Wasser als andere Länder. Die Folgen des veränderten Klimas treffen uns schon heute immer stärker und begrenzen sich nicht auf ökologische Bereiche. Bundesumweltministerin Steffi Lemke fordert deshalb mehr Maßnahmen für die Anpassung ans Klima.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) und Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, werben bei der Vorstellung des Monitoringberichts für mehr Engagement im Klimaschutz und der Klimaanpassung.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) und Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, werben bei der Vorstellung des Monitoringberichts für mehr Engagement im Klimaschutz und der Klimaanpassung.

Foto: dpa/Melissa Erichsen

Die Folgen des Klimawandels sind in Hitzeperioden oder Extremwetterereignissen längst auch in Deutschland spürbar. Dass sich diese Folgen verschärfen und dabei neben ökologischen auch ökonomische Konsequenzen haben, zeigt der neue Monitoringbericht der Bundesregierung zur Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Bei der Vorstellung am Dienstag forderte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) daher mehr Engagement für Klimaanpassungen.

„Die Klimakrise zwingt uns zum Handeln“, sagte Lemke. Wie Deutschland konkret vom Klimawandel betroffen ist, zeigt sich laut Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, etwa an der steigenden Temperatur. Deutschland erwärme sich schneller als der globale Schnitt und habe sich bereits um 1,7 Grad erwärmt. Vor allem in den größeren Städten sei Hitze gesundheitsgefährdend. Entsprechend steige auch die Zahl der Hitzetoten. Zudem verliere Deutschland jedes Jahr 2,5 Kubik-Kilometer Wasser, eine „dramatische Rückläufigkeit“, sagte Messner. Probleme für die Landwirtschaft und auch für die Grundwasserversorgung würden nicht kleiner, ergänzte Lemke. Auch der Zustand der Wälder sei stark gefährdet, 80 Prozent der Bäume beschädigt. Messners Bilanz: „Die Ökosysteme sind grundlegend durch den Klimawandel bedroht.“

Die Folgen des Klimawandels einzudämmen, habe auch eine ökonomische Relevanz. Allein 2021 hatten Überschwemmungen und Starkregen rund 9,2 Milliarden Euro versicherte Schäden nur an Gebäuden und Hausrat erzeugt, heißt es im Bericht. Ausfälle in der Landwirtschaft, im Tourismus oder in der Industrie sind da noch nicht eingerechnet. „Klimaschutz ist Wohlstandssicherung“, sagte Messner. Was auf der anderen Seite Maßnahmen zur Klimaanpassung kosten würden, könne Lemke nicht genau sagen. Nur so viel: „Klimaanpassung und Vorsorge ist billiger als die Beseitigung der Schäden.“

Der Bericht zeige auch, dass Maßnahmen zur Klimaanpassung vor Ort wirken, sagte Messner. Beispielhaft sei das Konzept sogenannter Schwamm-Städte, die mehr Wasser speichern, Flächen entsiegeln sowie begrünen und so besser mit Hitze umgehen könnten. Auch durch gezielte Informationskampagnen habe man die Zahl der Hitzetoten senken können. Solche Maßnahmen seien keine Raketenwissenschaft, sondern in vielen Fällen „ehrlich gesagt eine ziemlich simple Angelegenheit“, sagte Messner. Man müsse nur handeln.

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