Klara Geywitz: Geywitz kündigt Kandidatur für SPD-Vizeposten an

Nach der Niederlage vom Wochenende : Klara Geywitz kündigt Kandidatur für SPD-Vizeposten an

Die in der Stichwahl um den SPD-Vorsitz unterlegene Klara Geywitz hat ihre Kandidatur als Vizeparteichefin beim Parteitag angekündigt. Die Partei debattiert indes, ob der Koalitionsvertrag mit der Union nachverhandelt werden soll.

„Ich werde beim Parteitag als Vizevorsitzende der SPD kandidieren“, sagte Geywitz unserer Redaktion. „Damit möchte ich meinen Beitrag leisten, um die Partei wieder zu einen“, sagte die SPD-Politikerin aus Brandenburg, die gemeinsam mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz für den SPD-Vorsitz kandidiert hatte. Über die Unterstützung der ostdeutschen SPD-Landesverbände freue sie sich sehr, sagte sie. „Und ich möchte mich als Vizevorsitzende insbesondere für die Gleichstellung von Frauen und Männern und die Belange der Ostdeutschen einsetzen“, so Geywitz.

In der Stichwahl um den SPD-Vorsitz hatten sich am Samstag Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken überraschend gegen Vizekanzler Olaf Scholz und dessen Teampartnerin Klara Geywitz durchgesetzt. Das neue Spitzenduo spricht sich unter anderem für eine Abkehr vom Prinzip der „schwarzen Null“ im Bundeshaushalt aus, um Investitionen zu fördern.

Mit dem Votum der Mitglieder sind die Überlebenschancen für die große Koalition aus CDU, CSU und SPD deutlich gesunken. Walter-Borjans und Esken wollen zwar keinen überstürzten Ausstieg aus dem Bündnis. Sie wollen aber den Koalitionsvertrag neu verhandeln, das machten sie bereits am Samstagabend deutlich.

In der SPD werden am Montag indes Stimmen laut, die sich für einen Verleib der Genossen in der Regierung aussprechen. So lehnt unter anderem Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Nachverhandlungen des Koalitionsvertrags ab. „Mir geht es vor allem darum, den Vertrag zu realisieren“, sagte Weil dem „Handelsblatt“. Bei der Energie- und Klimapolitik etwa sei der größte Teil noch umzusetzen. „Dafür brauche ich keine Nachverhandlungen, sondern Handlungen.“ So warte er weiter auf einen Fahrplan, wie der Anteil der erneuerbaren Energien auf 65 Prozent steigen soll.

(jd/dpa)