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Neueste Zahlen des Statischen Bundesamtes: Kita-Ausbau: NRW legt am meisten zu

Neueste Zahlen des Statischen Bundesamtes : Kita-Ausbau: NRW legt am meisten zu

Seit fast einem Jahr gibt es den Betreuungsanspruch für Kinder unter drei Jahren. Doch noch immer gibt es beim Kita-Ausbau Nachholbedarf, wie neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Sie verdeutlichen aber auch, dass es vorangeht. NRW zum Beispiel verzeichnete die höchste Zuwachsrate im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Zum 1. März dieses Jahres fanden knapp 662.000 Kinder unter drei Jahren in Deutschland einen Betreuungsplatz — ob nun in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Das geht aus der vorläufigen Statistik der Kinder- und Jugendhilfe hervor, die das Statistische Bundesamt nun veröffentlicht hat. Demnach wurden im Vergleich zum Vorjahr 10,6 Prozent mehr Kinder (64.000) betreut. Zum Vergleich: Zwischen dem 1. März 2012 und dem 1. März 2013 lag die Steigerungsrate bei 6,8 Prozent.

Bundesweit liegt die Betreuungsquote damit bei 32,5 Prozent, 3,2 Prozent mehr als am 1. März des vergangenen Jahres. Zwar wollen nicht alle Eltern einen Betreuungsplatz für ihre Kinder, die jünger sind als drei Jahre. Dennoch gibt es nach wie vor eine Diskrepanz zwischen den vorhanden Plätzen und den Wünschen der Eltern. Nach einer jüngsten Befragung wünschen sich 41,7 Prozent der Eltern ein entsprechendes Betreuungsangebot. Entsprechend sagt auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD): "Wir sind bei der Kinderbetreuung auf einem guten Weg — aber noch nicht am Ziel."

Quote in NRW steigt um 20 Prozent

Auch unterscheiden sich die Fortschritte beim Kita-Ausbau in den Bundesländern, mitunter sogar in den einzelnen Kommunen, erheblich. So gibt es in den ostdeutschen Ländern schon wesentlich länger als in vielen westlichen Bundesländern mehr Betreuungsplätze. Entsprechend fallen die Steigerungsraten dort auch nur noch gering aus. Insgesamt stieg die Quote in den westlichen Ländern um 10,6 Prozent, in den östlichen nur um 4,4 Prozent. So verzeichnete etwa Sachsen-Anhalt mit 0,3 Prozent den niedrigsten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Spitzenreiter beim Ausbau ist dagegen in diesem Jahr Nordrhein-Westfalen, wo die Quote im Vergleich zum Vorjahr um 20,0 Prozent gesteigert werden konnte.

In NRW gibt es mehr als 9500 Kinderbetreuungseinrichtung und mehr als 13.000 Tagesmütter bzw. -väter. 105.135 Kinder wurden zum Stichtag 1. März dieses Jahres dort betreut, die Mehrzahl (fast 75.000) in den Kitas.

Die Statistiker zeigen auch, wie es um die Betreuung der über Dreijährigen steht, für die es schon länger einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz gibt. Zuletzt hatte die Opposition in NRW darauf aufmerksam gemacht, dass es für manche Eltern inzwischen auch hier schwierig sei, einen Platz für ihr Kind zu bekommen. So wurden in NRW 414.085 Drei- bis Sechsjährige in Kitas betreut, bei einer Tagesmutter kamen 5293 Kinder unter.

  • März 2013 : Zahl der Kinder in Kitas nach Bundesländern
  • Kita-Ausbau in NRW : Land will weitere 13.000 U3-Plätze
  • Düsseldorf : Politiker streiten über Kita-Plätze in NRW

242 Elternklagen seit 1. August 2013

Angesichts des seit dem 1. August des vergangenen Jahres geltenden Rechtsanspruches auf einen Kita-Platz auch für Kinder unter drei Jahren haben die Eltern nun die Möglichkeit, den Klageweg zu beschreiten, wenn sie denn keinen Platz bekommen. Doch diese Möglichkeit nutzen offenbar nur die wenigsten.

Laut einer Abfrage unter den Jugendämtern gab es seit Einführung des Rechtsanspruches 242 Elternklagen vor den Verwaltungsgerichten. Dabei geht es aber nicht immer um eben jenen Anspruch, sondern zum Teil auch darum, ob die Gebühren für einen Kita-Platz angemessen sind oder ob die Entfernung zwischen der Betreuungseinrichtung und dem Wohnort überhaupt zumutbar ist.

mit Agenturmaterial

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(das)