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Kindergeld und Kinderfreibetrag: So will die Bundesregierung die Steuerzahler entlasten

Kindergeld und Kinderfreibetrag sollen steigen : So will die Bundesregierung die Steuerzahler entlasten

Das Bundeskabinett will am Mittwoch den Gesetzentwurf zur steuerlichen Entlastung von Familien auf den Weg bringen.Was sich dadurch ändern soll - ein Überblick.

Vor allem Familien mit Kindern sollen ab 2019 bei der Steuer entlastet werden. Der betreffende Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums soll am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden. Die Vorlage enthält auch eine Erhöhung des Grundfreibetrags für alle Bürger sowie Erleichterungen beim Steuertarif, die in den kommenden beiden Jahren schrittweise in Kraft treten.

Kindergeld und Kinderfreibetrag Das Kindergeld soll der Vorlage zufolge zum 1. Juli 2019 um zehn Euro monatlich pro Kind steigen. Es beträgt dann für das erste und das zweite Kind jeweils 204 Euro monatlich, für das dritte Kind 210 Euro und für jedes weitere Kind jeweils 235 Euro. Für die folgenden Jahre sieht der Koalitionsvertrag weitere Kindergelderhöhungen vor, was aber noch nicht in diesem Gesetzentwurf enthalten ist. Auch der Kinderfreibetrag soll entsprechend angehoben werden: Ab Januar 2019 pro Kind von 7428 Euro auf 7620 Euro und ab Januar 2020 dann auf 7812 Euro.

Grundfreibetrag Der steuerliche Grundfreibetrag steigt ab Januar 2019 von bisher 9000 Euro auf dann 9168 Euro. Ab Januar 2020 soll der Grundfreibetrag dann 9408 Euro betragen. Einkommen unterhalb dieses Werts bleiben grundsätzlich steuerfrei. In gleichem Umfang steigt auch der Höchstbetrag für die steuerliche Absatzfähigkeit von Unterhaltspflichten.

Kalte Progression Zum Ausgleich der sogenannten Kalten Progression wird ab Januar 2019 auch der übrige Steuertarif verschoben. Die Steuerzahler sollen damit um insgesamt 2,2 Milliarden Euro pro Jahr entlastet werden, ab 2020 um weitere 2,1 Milliarden Euro jährlich. Kalte Progression nennt man den Effekt, dass wegen des progressiven Steuertarifs in Verbindung mit der Inflation Einkommenssteigerungen aufgezehrt werden.

Kosten Die Steuermindereinnahmen und damit der Entlastungseffekt für die Steuerzahler werden für 2019 mit 4,1 Milliarden Euro veranschlagt. Danach werden für einen vollen Veranlagungszeitraum von einem Jahr jeweils 9,8 Milliarden Euro angesetzt. Davon entfallen 4,4 Milliarden Euro auf den Bund, 4,0 Milliarden Euro auf die Länder und 1,4 Milliarden Euro auf die Kommunen. Finanziert werden soll dies aus erwarteten Steuermehreinnahmen.

Entlastung für den einzelnen Bürger Die steuerliche Entlastung dürfte Medienberichten zufolge für eine Familie mit zwei Kindern und einem gemeinsamen Brutto-Jahreseinkommen von 60.000 Euro 530 Euro im Jahr 2020 betragen. Bei einem Einkommen von 120.000 Euro fällt die Entlastung demnach mit 787 Euro etwas höher aus.

(wer/AFP)