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Kfz-Gewerbe klagt über Unsicherheit bei Kaufprämie

Pläne der Bundesregierung : Grüne beklagen Hängepartie bei E-Auto-Prämie

Noch ist offen, wann die neue Prämie für E-Autos kommt. Händler zählen bereits weniger Kunden. Die Grünen üben Kritik.

Die Bundesregierung will künftig den Kauf von Elektroautos stärker bezuschussen. Das hatten Union und SPD bereits im vergangenen September in ihrem Klimapaket beschlossen. Passiert ist seitdem jedoch kaum etwas, so dass KfZ-Händler nun eine große Verunsicherung ihrer Kunden beklagen.

Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Verbandes „Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe“, mahnt: „Kaum jemand kauft im Moment ein Elektroauto zu den alten Konditionen.“ Diese Erfahrung würden derzeit viele Händler in Kundengesprächen machen. „Die Bundesregierung hat ein Versprechen in die Welt gesetzt und löst es jetzt nicht ein“, so Koblitz. „Der Elektromobilität, die der Staat ja eigentlich fördern will, wird damit ein Bärendienst erwiesen.“

Tatsächlich unterlagen die Verkaufszahlen im Privatmarkt zuletzt starken Schwankungen. Wie das Unternehmen Dataforce ermittelte, gab es im Oktober, dem Monat nach dem Beschluss des Klimapakets, zwölf Prozent weniger Neuzulassungen rein elektrisch betriebener Fahrzeuge als im September. Im November waren es dann sogar knapp 27 Prozent weniger als zuvor, im Dezember erholte sich die Kurve wieder leicht. Insgesamt stieg die Zahl der Neuzulassungen von gut 14.000 in 2018 auf knapp 23.000 in 2019 – zu wenig, um die Ziele der Bundesregierung zu erfüllen. Im Oktober waren in Deutschland nur rund 600.000 Elektro- und Hybridfahrzeuge unterwegs.

Die Grünen kritisieren unterdessen, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die geplante Aufstockung der Kaufprämie zu spät bei der EU-Kommission zur Prüfung vorgelegt habe. Dies geschah nach Ministeriumsangaben am 20. Januar 2020. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum Wirtschaftsminister Altmaier drei Monate gebraucht hat, um ein paar Zahlen und Wörter in der Förderrichtlinie für die Kaufprämie auszutauschen“, sagte Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn. „Weil Altmaier die erhöhte Kaufprämie erst vor wenigen Tagen bei der EU-Kommission angemeldet hat, zieht sich die Verunsicherung für potenzielle E-Auto-Käufer weiter hin.“ Wann die neue Kaufprämie startet, traue sich selbst die Bundesregierung nicht mehr zu prognostizieren, ätzt Kühn. Altmaier betone ständig die wirtschaftliche Bedeutung der Autoindustrie, „doch mit seiner Behäbigkeit bei der Kaufprämie hat er für einen Einbruch beim Verkauf von E-Autos gesorgt“, so Kühn.