KfW-Studie: Kommunen fehlen Milliarden für Schulen und Kitas

KfW-Studie zu Investitionsrückstand : Kommunen fehlen Milliarden für Schulen und Kitas

Der kommunale Investitionsstau an Schulen ist nach einer Analyse der staatlichen Förderbank KfW auf knapp 50 Milliarden Euro angewachsen.

Der Investitionsrückstand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 14,9 Milliarden Euro auf 47,7 Milliarden Euro, wie die KfW am Mittwoch mitteilte. Gründe dafür sind demnach steigende Schülerzahlen und der Ausbau der Ganztagsbetreuung.

Auch in die Kindertagesstätten fließt nicht genug Geld. Der Investitionsrückstand bei der Kleinkinderbetreuung liegt laut KfW derzeit bei 7,6 Milliarden Euro und damit um 2,9 Milliarden Euro höher als vor einem Jahr. Der gesamte Investitionsrückstand der Kommunen erreichte in dem seit 2009 erhobenen KfW-Kommunalpanel einen Höchststand von knapp 159 Milliarden Euro.

Der größte Anteil entfällt dabei inzwischen auf die Schulen. Ein Grund dafür sind die steigenden Schülerzahlen. Die Zahl der Kinder unter sechs Jahren habe in den vergangenen acht Jahren um 450.000 zugenommen, erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Dies treibe den Ausbaubedarf in Kitas und Schulen gerade in wachsenden Ballungszentren.

Die Investitionen der Kommunen steigen zwar laut KfW seit einigen Jahren langsam an. Doch das hat demnach nicht unbedingt mehr und bessere Infrastruktur zur Folge. "Ein Großteil der Ausgaben wird durch steigende Baupreise regelrecht aufgefressen", erklärte Zeuner.

Mit dem derzeitigen Investitionsniveau würde nach den Berechnungen der Bank der Abbau des Rückstands bei Kitas und Schulen fast sieben Jahre dauern. Dabei sind demnach der Ausbau von Ganztagsschulen und der Unterhalt der bestehenden Infrastruktur nicht berücksichtigt.

KfW-Chefvolkswirt Zeuner mahnte "strukturelle Verbesserungen" an, um die notwendigen Investitionen zu tätigen. "Gute Bildung setzt neben einem modernen Schulangebot, engagierten Lehrern und intelligenten Unterrichtsinhalten auch ordentliche Gebäude voraus", erklärte Zeuner. Es sei dringend an der Zeit, "nach Jahren des Stillstands hier zu echten Fortschritten zu kommen".

(mro/AFP)