1. Politik
  2. Deutschland

Gutachten der Bundesregierung: Keine oder nur geringe Rentenerhöhungen in Sicht

Gutachten der Bundesregierung : Keine oder nur geringe Rentenerhöhungen in Sicht

Berlin (RPO). Auf die 20 Millionen Rentner in Deutschland kommen in den nächsten sieben Jahren offenbar Nullrunden oder nur geringe Rentenerhöhungen zu. Laut einem Medienbericht geht dies aus dem noch nicht veröffentlichten Gutachten des Sozialbeirats der Bundesregierung zum neuen Rentenversicherungsbericht hervor.

"Es wird von heute aus in den nächsten sieben Jahren - wenn überhaupt - nur geringe Anpassungen geben", zitiert die "Bild"-Zeitung aus dem Bericht. Bereits Mitte November hatte die Deutsche Rentenversicherung mitgeteilt, für die kommenden zwei Jahre sei mit Nullrunden zu rechnen; frühestens ab 2012 könnten Rentner auf geringe Erhöhungen hoffen.

Verantwortlich für die zu erwartende Entwicklung sind dem Gutachten zufolge die Eingriffe der Bundesregierung in das Rentenrecht, etwa die Rentengarantie oder die Aussetzung des sogenannten Riesterfaktors, wie die "Bild" berichtete. Wegen dieser Eingriffe nicht erfolgte Rentenminderungen in Höhe von vier Prozent müssten in den kommenden Jahren nachgeholt werden. Dies solle über eine Verrechnung mit den künftig zu erwartenden Rentenerhöhungen geschehen. Damit dies überhaupt möglich sei, müssten aber die "recht ambitioniert erscheinenden Lohnannahmen für die Zeit nach 2012 tatsächlich eintreffen", heißt es "Bild" zufolge in dem Gutachten.

Der Sozialverband VdK äußerte sich besorgt. Für Rentner seien das "schlechte Aussichten", erklärte Verbandspräsidentin Ulrike Mascher. Die Rentner in Deutschland hätten in den vergangenen sechs Jahren bereits drei Nullrunden in Folge und Belastungen im Gesundheitsbereich hinnehmen müssen. Den Rentnern müssten für die Zukunft wieder "Rentensteigerungen analog zur Lohnentwicklung" garantiert werden. Der stellvertretende Parteivorsitzende der Linken, Klaus Ernst, forderte eine "sofortige Rentenerhöhung um vier Prozent" als "Ausgleich für vergangene Rentenkürzungen".

(AFP)