Keine Erhöhung für 2024 geplant DAK-Gesundheit hält Beitragssatz stabil

Exklusiv | Berlin/Düsseldorf · Mehrere deutsche Krankenkassen haben bereits für das kommende Jahr höhere Beiträge angekündigt. Die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse wird sich voraussichtlich dagegen entscheiden – und folgt damit nicht der Linie des Bundesgesundheitsministeriums.

Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen. (Archiv)

Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen. (Archiv)

Foto: dpa/Jens Kalaene

Entgegen dem Trend will der Vorstand der DAK-Gesundheit im kommenden Jahr die Beitragssätze stabil halten und keine Erhöhung des Zusatzbeitrags vornehmen. Das teilte die Kasse unserer Redaktion mit. Den Angaben zufolge hat die DAK-Gesundheit in dieser Woche dem Bundesamt für soziale Sicherheit (BAS) als zuständiger Aufsichtsbehörde den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorgelegt. „Als Folge empfehlen wir dem Verwaltungsrat der DAK-Gesundheit für die anstehende Haushaltsentscheidung am 15. Dezember einen stabilen Beitragssatz für 2024“, sagte Vorstandschef Andreas Storm.

Damit wolle man in den aktuellen Krisenzeiten bewusst ein Zeichen für Stabilität und Sicherheit setzen, „das für unsere 5,5 Millionen Versicherten, deren Arbeitgeber und für die über 10.000 Beschäftigten der Kasse gilt“, so Storm. Die drittgrößte Krankenkasse folgt damit nicht der Linie des Bundesgesundheitsministeriums, wonach die gesetzlichen Krankenkassen den durchschnittlichen Zusatzbeitrag im kommenden Jahr um 0,1 Punkte anheben sollten.

„Aufgrund der positiven Haushaltsentwicklung der DAK-Gesundheit im Jahr 2023 können wir unseren Beitragssatz trotz der angespannten Finanzlage in der Sozialversicherung stabil halten“, sagte Vorstandschef Storm. Damit wolle die DAK-Gesundheit ihre Wettbewerbsfähigkeit unter den gesetzlichen Krankenkassen weiter stärken. Derzeit liegt der Beitragssatz für DAK-Versicherte bei 16,3 Prozent. Der Zusatzbeitrag beträgt 1,7 Prozent, was dem Durchschnittswert in Deutschland entspricht.

Zuvor hatte auch schon die Techniker Krankenkasse (TK) als größte gesetzliche Kasse angekündigt, ihren Zusatzbeitrag 2024 stabil halten zu wollen. „Wir empfehlen unserer Selbstverwaltung, dass der Zusatzbeitrag der Techniker Krankenkasse bei 1,2 Prozent stabil bleibt“, sagte Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse (TK), unlängst unserer Redaktion. Die Selbstverwaltung werde im Dezember entscheiden. „Damit läge die TK weiter deutlich unter dem Durchschnitt. Das ist eine gute Nachricht für unsere rund 8,8 Millionen Mitglieder.“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte mit Blick auf ein erwartetes Milliardendefizit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im kommenden Jahr die Anhebung der Zusatzbeiträge um 0,1 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent vorgenommen. Dies ist jedoch lediglich eine rechnerische Größe basierend auf dem geschätzten Finanzbedarf der Kassen. Jede einzelne Krankenkasse entscheidet selbst, ob und in welchem Umfang sie den Zusatzbeitrag erhöht.

Das Defizit wird Prognosen zufolge 17 Milliarden Euro betragen. Lauterbach wertete die geringe Anhebung angesichts dessen als Erfolg. Kritik kam hingegen von Arbeitgeberverbänden mit Blick auf die steigenden Sozialabgaben.

TK-Chef Baas sagte zu der Erhöhung des Bundes: „Das ist angesichts der Kostensteigerungen knapp kalkuliert, manche Kassen werden etwas mehr erhöhen müssen, andere kommen damit hin.“ Der Zusatzbeitrag kommt zum allgemeinen Beitrag hinzu, der aktuell bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens liegt.

Für die Zukunft erwartet Baas weiter steigende Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung: „Die Ausgaben steigen weiter stärker als die Einnahmen, deshalb werden auch die Zusatzbeiträge in der GKV weiter steigen müssen – wenn nicht endlich Reformen kommen. Die müssen dringend die Ausgaben angehen. Schon jetzt liegen die Sozialabgaben bei rund 41 Prozent.“

Die zweitgrößte Kasse – nach der TK und vor der DAK-Gesundheit – ist die Barmer mit 8,7 Millionen Versicherten. Ob die Kasse ihre Beträge 2024 erhöhen wird, ließ das Unternehmen offen. Seriöse Prognosen zum Zusatzbeitragssatz im kommenden Jahr seien derzeit nicht möglich, hieß es auf Anfrage.

Die AOK Rheinland-Hamburg, die bereits einen Zusatzbeitrag von 1,8 Prozent nimmt, verwies unterdessen auf die Verwaltungsrats-Sitzung. „Die Höhe unseres Zusatzbeitrags steht noch nicht fest, wir werden erst nach der Verwaltungsratssitzung am 19. Dezember Auskunft geben können“, teilte die Kasse mit.

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